Hurrikan-Folgen Ölpreis sinkt

Der glimpfliche Verlauf von Hurrikan "Rita" stützt die Wirtschaft. Der Ölpreis sinkt, die Versicherungsbranche korrigierte ihre Schadensprognosen nach unten.


Der Preis für Rohöl der Sorte Brent gab an der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) am Sonntag um 0,9 Prozent auf 61,90 Dollar je Barrel nach und notierte später mit 62,10 Dollar, berichtete die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg". Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex sollte später am Sonntag gehandelt werden, um auf die Auswirkungen von Hurrikan "Rita" reagieren zu können. Der Preis für Rohöl zur Novemberauslieferung war am Freitag an der Nymex um knapp 3,5 Prozent auf 64,19 Dollar je Barrel gefallen. Damit lag der Ölpreis 9,4 Prozent unter seiner durch "Katrina" verursachten Rekordhöhe von 70,85 Dollar am 30. August.

Die Risikoanalysten der Firma Eqecat gingen am Wochenende nur noch von versicherten Gesamtschäden durch "Rita" von 3 bis 6 Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) aus. AIR Worldwide erwartet 2,5 bis 5 Milliarden Dollar Schaden durch den Hurrikan. Damit würden die versicherten Schäden nur einen Bruchteil der auf 40 bis 60 Milliarden Dollar geschätzten Versicherungsschäden durch Hurrikan "Katrina" erreichen.

Insgesamt richtet sich die Versicherungswirtschaft dennoch auf Rekordschäden ein. Die Saison könnte die Branche bis zu 60 Milliarden Dollar kosten, das wären nach Angaben des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück deutlich mehr als in der bisherigen Rekordsaison 2004.

Wegen Hurrikan "Rita" waren insgesamt 16 Raffinerien mit rund einem Viertel der gesamten amerikanischen Raffineriekapazität vorsorglich geschlossen worden, ebenso wie Dutzende von benachbarten petrochemischen Werken. Die weitere Entwicklung der Energiepreise dürfte davon abhängen, wie rasch die Raffinerien und Ölinstallationen am Golf von Mexiko wieder anlaufen. Im Golf von Mexiko war wegen Hurrikan "Rita" die gesamte Ölförderung von rund 1,5 Millionen Barrels pro Tag unterbunden worden. Dort werden mehr als 25 Prozent des amerikanischen Öls und Erdgases gefördert.

Bayer meldete von seinem Chemiekomplex in Baytown, Texas nur "minimale Schäden" und von den Standorten Channelview, Pasadena und Spring keinerlei Schäden. BASF hatte fünf texanische Chemiewerke in Port Arthur, Beaumont, Freeport, Clear Lake und Pasadena geschlossen. Das Unternehmen veröffentlichte noch keine Schadensabschätzungen.



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