Hurrikane und Klimawandel Münchener Rück rechnet mit Preiserhöhung

Die katatastrophale Hurrikan-Saison wird nach Einschätzung der Münchener Rück die Versicherungswirtschaft noch teurer kommen als erwartet. Bei dem Rückversicherer rechnet man mit bis zu 60 Milliarden Dollar Schaden. Die Preise müssten angepasst, der Klimawandel mit einkalkuliert werden.


Hurrikan "Rita": "Preise der Klimaveränderung anpassen"
DPA

Hurrikan "Rita": "Preise der Klimaveränderung anpassen"

München - Die diesjährige Hurrikan-Saison werde für die Versicherungswirtschaft noch deutlich teurer werden als die bisherige Rekordsaison 2004, glaubt man bei der Münchener Rück. "Die versicherten Schäden werden zur Zeit zwischen 20 und 60 Milliarden Dollar geschätzt", sagte der Leiter der Georisikoforschung des weltgrößten Rückversicherers, Peter Höppe, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Im Vorjahr musste die Branche insgesamt Schäden in Höhe von etwa 30 Milliarden Dollar tragen. Wie groß der Schaden durch den Hurrikan "Rita" sein wird, lässt sich laut Höppe noch nicht beziffern.

Der Konzern will mit einer verschärften Preispolitik und verbesserten Risikoberechnungen auf die Häufung von Naturkatastrophen reagieren. "Unser Geschäft bleibt auch weiterhin möglich, aber wir müssen Preise und Bedingungen den Veränderungen des Klimas anpassen", sagte Höppe. Künftig wollen die Georisiko-Experten bei Schadenberechnungen nicht mehr ausschließlich mit langjährigen Mittelwerten kalkulieren, sondern durch die Klimaänderung hervorgerufene Trends der vergangenen Jahre und sich abwechselnde natürliche Kälte- und Wärmephasen in der Geschichte verstärkt berücksichtigen.



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