Hybrid-Geländewagen Daimler verklagt Batterielieferanten

Daimler will den sparsamsten Geländewagen seiner Klasse herstellen - doch aus den Plänen wird vielleicht nichts: Ein amerikanischer Batteriehersteller kann die benötigten Teile nicht liefern. Daimler zieht deshalb vor Gericht.

Stuttgart - Der ML 450 Hybrid soll nur 7,7 Liter Sprit auf 100 Kilometern verbrauchen - er wäre damit der sparsamste Geländewagen seiner Klasse. Nach dem Willen von Daimler wird das Modell ein Umsatzbringer auf dem heiß umkämpften US-Markt.

Doch ob das Auto überhaupt gebaut wird, ist fraglich: Der amerikanische Zulieferer Cobasys kann die für den Wagen benötigten Nickel-Metallhydrid-Batterien nicht liefern - deshalb hat Daimler einen Rechtsstreit mit Cobasys begonnen. Das berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Denn ohne die Teile wird das Auto wahrscheinlich nicht produziert: "Mercedes wird den Plan eines Hybridgeländewagens möglicherweise aufgeben", berichtet der US-Branchendienst "Information Week".

Cobasys müsste sofort mit der Produktion der Batterien beginnen, damit die Geländewagenpläne noch umgesetzt werden könnten, berichtet der Branchendienst. Der Zulieferer Cobasys gehört unter anderem dem amerikanischen Ölkonzern Chevron. Daimler beschuldigt Cobasys, die Batterien nicht zu liefern, weil dem Unternehmen das Geld ausgehe. Einem der Mercedes-Anwälte zufolge will Chevron Cobasys schließen oder verkaufen.

Für Daimler wäre das Scheitern der Pläne ein schwerer Rückschlag: Es ist noch unklar, ob Daimler Stellen streichen müsste, falls der Wagen nicht gebaut wird.

In der vergangenen Wochen soll Daimler deshalb der Zeitung zufolge bei einem Bezirksgericht in Alabama eine Klageschrift eingereicht haben. In Alabama befindet sich auch das Geländewagenwerk.

Das Gericht solle Cobasys anweisen, sofort mit der Produktion zu beginnen. Zudem verlange der Autohersteller Schadensersatz in ungenannter Höhe. Eine Stellungnahme wollte Daimler nicht geben.

cvk/ddp

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