Ifo-Index sinkt weiter Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal schrumpfen

Der Stimmungsindex des Münchner Ifo-Instituts ist den dritten Monat in Folge gesunken. Die deutsche Wirtschaft steht damit kurz vor einer Rezession. Besonders hart trifft es den Einzelhandel.
Schiffe liegen am Containerterminal Bremerhaven: »Die Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal schrumpfen«

Schiffe liegen am Containerterminal Bremerhaven: »Die Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal schrumpfen«

Foto: Sina Schuldt / dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im August den dritten Monat in Folge auf 88,5 Zähler, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Im Juli lag der Index noch bei 88,7 Punkten. Die rund 9000 befragten Führungskräfte äußerten sich zu ihrer Geschäftslage und zu den Aussichten etwas skeptischer als zuletzt. »Die Unsicherheit unter den Unternehmen bleibt hoch«, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. »Die Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal schrumpfen.« Der Ausblick auf die kommenden Monate blieb laut Ifo nahezu unverändert »deutlich pessimistisch.«

Im Frühjahr hat die deutsche Wirtschaft trotz der Folgen des Ukrainekriegs ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent geschafft. Doch die Aussichten sind trübe: Die Bundesbank erwartet, dass die Wirtschaftsleistung im Sommer »in etwa auf der Stelle treten« wird und es im Winterhalbjahr auch als Folge der Gaskrise zur Rezession kommen könnte.

Besonders schlecht ist die Stimmung im Handel, für diese Branche setzte der Indikator seine Talfahrt fort. Immer weniger Firmen berichteten von gut laufenden Geschäften und die Erwartungen sind äußerst pessimistisch. »Viele Händler stehen vor einem Dilemma. Einerseits belasten die hohen Inflationsraten ihr Geschäft. Andererseits kommen sie um Preiserhöhungen wegen gestiegener Kosten kaum herum«, teilte das Ifo-Institut mit.

Im Dienstleistungssektor hingegen hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert, nach dem starken Einbruch im Vormonat. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage etwas besser. Während sich im Tourismus die Stimmung etwas erholte, erwartet das Gastgewerbe eine merkliche Verschlechterung der Geschäfte.

Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage etwas besser. Zudem nahm der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate ein wenig ab.

hej
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