Ifo-Umfrage Jedes fünfte Kleinstunternehmen bangt um seine Existenz

Die konjunkturelle Abkühlung bereitet besonders Kleinstunternehmen und Soloselbständigen Sorgen. Die Stimmung hat sich bei ihnen im vergangenen Monat erneut verschlechtert.
Einkaufsstraße in Dortmund: Sorgen ziehen sich durch alle Branchen

Einkaufsstraße in Dortmund: Sorgen ziehen sich durch alle Branchen

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Die Stimmung bei Kleinstunternehmen und Soloselbständigen ist im Oktober erneut deutlich gesunken, die Existenzsorgen werden deutlich größer. Der entsprechende Geschäftsklimaindex fiel auf minus 25,0 Punkte nach minus 20,9 Zählern im September, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. »Die konjunkturelle Abkühlung macht den Soloselbständigen und Kleinstunternehmen besonders zu schaffen«, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. »Die Existenzsorgen nehmen merklich zu.« Ihr wirtschaftliches Fortbestehen sehen demnach gegenwärtig 19,5 Prozent der Firmen in diesem Bereich bedroht. Dies ist deutlich mehr als die 7,5 Prozent in der Gesamtwirtschaft.

Erneut waren weniger Unternehmen mit ihren laufenden Geschäften zufrieden. Auch der Ausblick auf die kommenden Monate fiel merklich pessimistischer aus als zuvor. Dies stehe im Kontrast zur Gesamtwirtschaft, wo das Barometer für die Erwartungen zuletzt leicht gestiegen war, so die Forscher. Die Sorgen ziehen sich durch alle Branchen. »Insbesondere im Einzelhandel und der Bauwirtschaft ist der Ausblick unter den Kleinstunternehmen düster«, erklärte das Ifo-Institut. »Die Unsicherheit unter den Soloselbständigen und Kleinstbetrieben hat den Rekord vom Vormonat nochmals überboten.«

Energiekrise, hohe Inflation und eine sich abkühlende Weltwirtschaft setzen der Konjunktur in Deutschland derzeit zu. Die Wirtschaftsweisen rechnen in ihrem in dieser Woche vorgelegten Jahresgutachten für 2023 mit einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach um 0,2 Prozent schrumpften. Für das zu Ende gehende Jahr wird noch mit einem Wachstum von 1,7 Prozent gerechnet, das vor allem auf die noch gute erste Jahreshälfte zurückgeht. Diese war noch von Corona-Nachholeffekten geprägt, nachdem viele pandemiebedingte Einschränkungen weggefallen sind.

mik/Reuters
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