Ifo-Umfrage Jedes vierte Unternehmen will Stellen abbauen

Die Wirtschaftskrise schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch: Laut einer Ifo-Umfrage wollen 24 Prozent der Firmen Arbeitsplätze streichen - acht Prozent davon planen sogar betriebsbedingte Kündigungen.


Düsseldorf - Man kann die Zahlen positiv interpretieren: Trotz Wirtschaftskrise planen die meisten deutschen Unternehmen keinen Jobabbau. Das ergab eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Auftrag der "Wirtschaftswoche". Demnach wollen 62 Prozent der Firmen ihre Mitarbeiterzahl in den kommenden sechs Monaten konstant halten.

Bei genauerem Hinsehen sind die Zahlen allerdings erschreckend: 24 Prozent der Firmen planen einen Stellenabbau. Davon wollen acht Prozent sogar betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

Das heißt: In jedem vierten Unternehmen dürften künftig Arbeitsplätze wegfallen. Bei Millionen Betrieben - von der Kleinfirma über den Mittelständler bis zum Großkonzern - kommen so bedrohlich viele Betroffene zusammen. Besonders schlecht ist die Situation bei den befragten Industrieunternehmen: Hier wollen 32 Prozent Stellen abbauen.

Das Ifo-Institut hat insgesamt 650 Manager befragt. Sie stammen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistung. Immerhin 13 Prozent gaben an, ihr Unternehmen wolle neue Leute einstellen. Als größte Einstellungshindernisse nannten die Betriebe die schlechte Auftragslage und an zweiter Stelle mangelnde Qualität der Bewerber.

Bei den Lehrstellen planen zehn Prozent eine Aufstockung. Im Gegenzug wollen aber neun Prozent der Ausbildungsbetriebe die Zahl der Lehrlinge senken und zwei Prozent sogar gar nicht mehr ausbilden.

Zwei Drittel der Betriebe haben bereits auf die Wirtschaftskrise reagiert oder wollen dies laut Umfrage bald tun. Die Mittel der Wahl: Kündigungen, Kurzarbeit, Abbau von Arbeitszeitkonten oder Trennung von Zeitarbeitern.

Laut einem Pressebericht erwartet die Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um eine halbe Million.

wal/AP/dpa



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