IG Metall Zwickel fordert sieben Prozent mehr Lohn

Die IG Metall will mit einer Forderung von fünf bis sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde 2002 gehen. Diese Empfehlung an die regionalen Tarifkommissionen hat der Vorstand der größten deutschen Industriegewerkschaft beschlossen.


IG-Metall-Chef Klaus Zwickel: Darf's ein bisschen mehr sein?
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IG-Metall-Chef Klaus Zwickel: Darf's ein bisschen mehr sein?

Frankfurt am Main - Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Voraussetzungen für spürbare Lohn- und Gehaltserhöhungen seien in der Metall- und Elektroindustrie günstig, sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel. Zudem müsse die lahmende Binnenkonjunktur angekurbelt werden. "Dazu müssen und wollen wir mit unserer Tarifpolitik einen Beitrag leisten."

Die IG Metall ist die erste Gewerkschaft, die eine Forderung für die Tarifrunde 2002 empfiehlt. Der zweijährige Tarifvertrag für die 3,6 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie läuft Ende Februar 2002 aus. Das endgültige Forderungspaket wird der IG-Metall-Vorstand dann am 28. Januar beschließen.

"Den Bezug zur Wirklichkeit verloren"

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat den von der IG Metall empfohlenen Lohnerhöhungsrahmen von 5 bis 7 Prozent als "verantwortungslos" kritisiert. "Wer so deutlich die kritische Lage vieler Betriebe als auch die steigenden Arbeitslosenzahlen ignoriert, hat den Bezug zur Wirklichkeit verloren", sagte Hundt am

Grafik: Tarifabschlüsse für Westdeutschland seit 1994
DDP

Grafik: Tarifabschlüsse für Westdeutschland seit 1994

Montag in Berlin. Die IG Metall handele offensichtlich nach der Devise: "Je schwächer die Konjunktur, desto höher die Lohnforderung."

Angesichts der stark nachlassenden Konjunktur und unsicherer wirtschaftlicher Perspektiven müssten "Produktivitätswachstum und Längerfristigkeit der Tarifabschlüsse" vielmehr Orientierungsgröße für die Lohnpolitik sein. "Wenn sich die Arbeitslosenzahlen nicht noch weiter erhöhen sollen, ist Lohnvernunft oberstes Gebot", betonte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.



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