Ikea-Schmiergeldskandal Beschuldigter begeht Selbstmord

Die Korruptionsaffäre beim Möbelkonzern Ikea hat eine tragische Wende genommen. Einer der Hauptverdächtigen im bundesweiten Schmiergeldskandal hat sich das Leben genommen.


Frankfurt am Main - Der 56-Jährige hat in seiner Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Höchst Selbstmord begangen. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigte entsprechende Medienberichte. Der Mann hatte sich demnach bereits am vergangenen Samstag mit einem Hosengürtel erhängt.

Dem bei der deutschen Ikea-Zentrale angestellten Bauleiter wurden Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Er soll nach Angaben der Ermittler einen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro verursacht haben.

Der Ikea-Manager habe zuvor "Suizidabsichten geäußert", berichtete die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. Deswegen sei er auf Anordnung des Ermittlungsrichters jede halbe Stunde von einem Wärter überwacht worden. Die Bereitschaft zu einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft habe der Hauptbeschuldigte bereits signalisiert. "Aber dann ist er nicht mehr zum Sprechen gekommen", sagte Möller-Scheu. "Das macht die Ermittlungen nicht leichter."

Wegen des Korruptionsskandals sitzen noch ein anderer Ikea- Bauleiter und zwei Bereichsleiter einer Baufirma in Untersuchungshaft. Ein weiterer, ursprünglich inhaftierter Beschuldigter war in Nordrhein-Westfalen auf freien Fuß gesetzt. Insgesamt gibt es laut Möller-Scheu rund 20 Verdächtige.



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