Vorruhestand Immer mehr Deutsche sparen für vorzeitige Rente

Immer mehr Arbeitnehmer bereiten ihren vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben strategisch vor - durch zusätzliche Einzahlungen in die Rentenversicherung, um Abschläge zu vermeiden.
Nordseeurlauber: Ausgleich von Rentenminderung ist teuer

Nordseeurlauber: Ausgleich von Rentenminderung ist teuer

Foto: Ingo Wagner/ picture alliance / dpa

Die Zahl der Bürger, die zur Vermeidung von Rentenabschlägen bei einem frühen Ruhestand Extra-Beiträge zahlt, hat in vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zwischen 2017 und 2018 stieg die Zahl der Versicherten, die mit Sonderbeiträgen spätere Rentenminderungen ausglichen, um 50 Prozent, wie laut "Süddeutscher Zeitung" aus einer Analyse der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervorgeht.

Über diese Sonderbeiträge fließt deshalb immer mehr Geld in die Rentenkasse. 2017 hätten die Einnahmen aus diesen Extra-Zahlungen noch bei 207 Millionen Euro gelegen, 2018 seien es bereits 291 Millionen gewesen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Für 2019 lägen noch keine Zahlen vor.

Jeder der Zahler von freiwilligen Sonderbeiträgen überwies demnach im Jahr 2018 im Schnitt etwas mehr als 17.000 Euro an diesen Zahlungen an die Rentenkasse. Eine DRV-Sprecherin wertete dies als "Zeichen für das Vertrauen der Beitragszahler in die Sicherheit der gesetzlichen Rente".

2018 gingen 23 Prozent aller Altersrentner mit Abschlägen frühzeitig in den Ruhestand, zitiert die Zeitung weiter aus der DRV-Analyse. Die Höhe der Abschläge betrug demnach im Schnitt etwa 90 Euro von der Brutto-Monatsrente.

Solche Rentenminderungen auszugleichen, ist teuer und kann insgesamt mehrere 10.000 Euro kosten. Die Extra-Zahlungen lassen sich aber über mehrere Jahre verteilen. Durch das Flexirentengesetz können Versicherte seit 1. Juli 2017 schon vom 50. Lebensjahr an mit freiwilligen Beiträgen Rentenminderungen kompensieren.

 

 

mik/AFP
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