Stadtplaner über die Zukunft der Immobilienbranche "Die Wohnungsnot ist gewollt"

Selbst wer gut verdient, kann sich oft keine Wohnung in der Stadt leisten. Der Architekt Ernst Hubeli fordert Enteignungen, um den überhitzten Markt vor der Selbstzerstörung zu retten.
Ein Interview von Matthias Kaufmann
Foto:

Sabine Gudath/ imago images

SPIEGEL: Herr Hubeli, in vielen Städten herrscht Wohnungsnot. Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Warum?

Hubeli: Das Problem ist, dass die Wohnungsnot gewollt ist.

SPIEGEL: Wie meinen Sie das?

Hubeli: Die Wohnungsnot gehört zum Geschäftsmodell: Je knapper das Angebot, desto größer sind die Spielräume für Miet- und Bodenpreissteigerungen. Rund die Hälfte der Mieter leidet unter zu hohen Wohnungskosten - nicht nur finanziell, sondern auch seelisch. Das nehmen die Eigentümer in Kauf, denn in der Not ist jede Wohnung begehrt. Und es macht die Kundschaft gefügig, private Informationen bei Wohnungsbesichtigungen preiszugeben. Manchmal sind es dieselben Leute, die sonst wegen Datenschutz Google boykottieren.

Zur Person
Foto: Privat

Ernst Hubeli ist seit 1982 Mitinhaber eines Züricher Architekturbüros und war Leiter des Instituts für Städtebau an der Technischen Universität Graz und Chefredakteur von der Fachzeitschrift "Werk". Sein Buch "Die neue Krise der Städte. Zur Wohnungsfrage im 21. Jahrhundert" fasst seine aktuellen Forschungen zu Problemen der Stadtplanung zusammen.

SPIEGEL: Ist nicht eine Ursache der Wohnungsnot, dass man Baugrund nicht einfach beliebig vermehren kann, wenn die Nachfrage zunimmt?

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