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Immobilien-Großhändler Rüger bald wieder vor Gericht

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aus DER SPIEGEL 41/1985

Der Strafprozeß gegen den Kölner Immobilien-Großhändler Detlev Renatus Rüger wird in Kürze wiederaufgenommen werden. Dann, so Staatsanwalt Uwe Görig, wird eine neue Strafkammer den Prozeß wegen Untreue und Betrugs verhandeln. Rüger soll beim Bau zweier Appartement-Hotels auf Gran Canaria die Zeichner seiner Fonds um 50 Millionen Mark geschädigt haben. Mitte September war der Prozeß schon nach knapp vier Wochen geplatzt. Der Vorsitzende Richter der 17. Großen Strafkammer am Landgericht Köln, Horst Vohrmann, war schon am dritten Verhandlungstag auf Antrag der Rüger-Anwälte wegen Befangenheit abgelehnt worden. Er hatte den Anwälten keine vollständige Akteneinsicht gewährt und damit gegen die Strafprozeßordnung verstoßen. Nach Vohrmanns Abgang schien den verbleibenden Richtern ein ordnungsgemäßer Prozeß nicht mehr gewährleistet. Vier Tage danach feierte Rüger den Sieg seiner Anwälte in seiner Villa in Köln-Marienburg. Nach einem Hauskonzert lud er Freunde und Förderer zum Festbankett. Etwas voreilig schien das auch damals schon: Rüger wird in einem Zivilverfahren bereits am 30. Oktober wieder vor Gericht stehen. Ehemalige Fondszeichner haben ihn auf Schadenersatz in Höhe von 13 Millionen Mark verklagt.

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