Immobilienwahnsinn in London Sieben-Quadratmeter-Miniwohnung für 108.000 Euro verkauft

Schon die Ankündigung hatte für Schlagzeilen gesorgt: In London sollte eine winzige Wohnung für den Preis eines kompletten Apartements verkauft werden. Nun wurde der Startpreis um »nur« 80 Prozent übertroffen.
Blick in die Londoner Miniwohnung

Blick in die Londoner Miniwohnung

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In London ist eine Sieben-Quadratmeter-Wohnung zu dem enorm hohen Preis von 90.000 britischen Pfund verkauft worden – das sind umgerechnet knapp 108.000 Euro. Der Startpreis hatte bei 50.000 Pfund gelegen. Er wurde nun also um 80 Prozent überboten.

Als die Wohnung in Lower Clapton, einem Stadtteil im Osten Londons, auf den Markt kam, sorgte sie für Schlagzeilen, auch in Deutschland. Das Apartement besteht aus einem einzigen Zimmer. Zur Einrichtung gehört ein Hochbett, unter dem sich ein wenig Stauraum befindet. Zur Kücheneinrichtung gehört eine Mikrowelle und eine Ablage. Der klappbare Tisch dient gleichermaßen zum Essen und Arbeiten. Die separate Nasszelle beherbergt Dusche und Toilette.

Laut »Guardian«  handelt es sich wohl um die kleinste jemals verkaufte Wohnung in der Stadt. In sozialen Netzwerken wurde sie unter anderem als »vornehme Zelle« beschrieben.

Experten hatten mit noch höherem Verkaufspreis gerechnet

Der nun erzielte Preis von 90.000 britischen Pfund klingt dafür gigantisch. Tatsächlich hatte das beauftragte Auktionshaus Halifax allerdings mit deutlich mehr gerechnet: Im Mai 2017 wechselte die Wohnung für 103.500 Pfund den Besitzer, Halifax-Experten rechneten diesmal mit mehr als 130.000 Pfund.

Wie der »Guardian« berichtete, bringt die Wohnung monatlich 800 Pfund an Miete ein. Die jetzige Mieterin verbringe nur ein bis zwei Nächte pro Woche in der Wohnung, um einen kürzeren Weg zur Arbeit zu haben.

Der Fall verdeutlicht einmal mehr, welche brutale Auslese auf dem Londoner Immobilienmarkt herrscht. Der »Guardian« erinnerte in diesem Zusammenhang an die Fernsehmoderatorin Kirstie Allsopp: Die hatte kürzlich für einen Aufschrei gesorgt, als sie erklärte, wie junge Menschen das nötige Kapital für den Kauf einer Immobilie zusammensparen könnten: durch Einsparungen beim Fitnessstudio, Wochenendtrips mit Easyjet, oder durch die Kündigung des Netflix-Abos.

aar

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