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Importstopp

aus DER SPIEGEL 47/1971

Tansanias Regierung verbot in der vergangenen Woche den Import von fabrikneuen Privatautos. Durch den Einfuhrstopp will Tansanias sozialistischer Regierungschef Jullus Nyerere Devisen im Wert von 20 Millionen Mark pro Jahr sparen. Diese Gelder sollen, so erklärte die Regierungszeitung »The Standard«, »zur Verbesserung der Lebensbedingungen der tansanischen Bevölkerung beitragen, für die Privatwagen ein »unerreichbarer Luxus sind«. Das Verbot trifft neben Frankreichs Automobilfirma Peugeot vor allem das Volkswagenwerk, das 1971 dreihundert Wagen an Tansanias bessere Kreise liefern wollte. Nach Ansicht von afrikanischen Kritikern »macht Nyerere eine ausgesprochene Milchmädchenrechnung auf« (so die kenianische Zeitung »East African Standard"). Denn allein im vergangenen Jahr hat die Regierung durch den Neuwagenverkauf Steuern in Höhe von 25 Millionen Mark kassiert -- Einnahmen, die nun entfallen.

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