Indien Gericht hebt Cola-Verbot wieder auf

Eine Umweltschutzgruppe hatte im indischen Bundesstaat Kerala angeblich Pestizide in Coca-Cola und Pepsi gefunden - die Getränke der amerikanischen Hersteller wurden daraufhin verboten. Jetzt hob ein Gericht das Verbot wieder auf.


Neu-Delhi - Der oberste Gerichtshof von Kerala, Indien, hat heute ein regionales Verbot von Getränken der US-Hersteller Coca-Cola Chart zeigen und PepsiCo Chart zeigen aufgehoben. Coca-Cola begrüßte das Urteil und kündigte an, den Vertrieb seiner Getränke in der betroffenen Region so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. "Wir sind froh, dass das Gericht das illegale Verbot aufgehoben hat", sagte ein Sprecher von Coca-Cola India. Die Limonade des Unternehmens habe zu jeder Zeit den Gesundheitsbestimmungen entsprochen.

Proteste gegen Coca-Cola und Pepsi: US-Getränkehersteller siegen vor Gericht
DPA

Proteste gegen Coca-Cola und Pepsi: US-Getränkehersteller siegen vor Gericht

Die kommunistische Regierung im südlichen Bundesstaat Kerala hatte die Herstellung und den Verkauf von Pepsi- und Coca-Cola-Getränken "zum Schutz der Konsumenten" verboten, weil eine Umweltschutzgruppe aus Neu-Delhi darin eigenen Angaben zufolge Anfang August gefährlich hohe Anteile von Pestiziden festgestellt hatte. Die Getränkehersteller wiesen die Vorwürfe wiederholt zurück. Auch das indische Gesundheitsministerium äußerte Zweifel über die Korrektheit der Studie.

Sechs weitere Bundesstaaten haben ein teilweises Verkaufsverbot von Produkten der beiden Hersteller in der Nähe von Schulen, Hochschulen und Krankenhäusern erlassen. In insgesamt 10.000 Schulen sind Getränke beider Marken verboten.

In Indien enthalten viele Lebensmittel illegalerweise Pestizide. Die Umweltschutzgruppe, das "Zentrum für Wissenschaft und Umwelt" (CSE), hatte erklärt, seine Vorwürfe auf Coca-Cola und PepsiCo zu konzentrieren, weil diese beiden Unternehmen fast 80 Prozent des indischen Marktes für Soft-Getränke - Umsatz: jährlich zwei Milliarden Dollar - unter sich aufteilen würden.

kaz/Reuters/AP



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