Inflation Erzeugerpreise steigen so stark wie nie seit Beginn der Statistik

Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Februar um 25,9 Prozent erhöht – ein Rekord. Das bekommen auch Verbraucherinnen und Verbraucher zu spüren.
Mähdrescher auf Getreidefeld: Auch in der Landwirtschaft steigen die Kosten etwa für Dünger stark

Mähdrescher auf Getreidefeld: Auch in der Landwirtschaft steigen die Kosten etwa für Dünger stark

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Erdgas, Butter, Dünger: Die deutschen Produzenten haben ihre Preise im Februar schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine in Rekordtempo angehoben. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen angesichts teurer Energie und anhaltender Lieferengpässe um 25,9 Prozent im Vergleich zum Februar 2021.

»Dies war der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebung 1949«, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Januar hatte die Rate bereits bei 25,0 Prozent gelegen. »Die aktuellen Preisentwicklungen im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind in den Ergebnissen noch nicht enthalten«, stellen die amtlichen Statistiker fest.

Auch Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich daher weiterhin auf eine hohe Inflation einstellen. Denn der Handel dürfte zumindest einen Teil der höheren Erzeugerpreise weitergeben. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet auch wegen des Krieges in der Ukraine vorerst nicht mit einer Normalisierung bei den Preisen. »Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr mit 5,8 Prozent so hoch ausfallen wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland«, heißt es in der aktuellen Prognose.

Die Effekte des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, werden absehbar ab März nach und nach spürbar, so Experten. »Die Preise für Rohstoffe legen auf breiter Front zu«, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. »Folglich dürften die Lieferengpässe weiter die Konjunktur belasten und die Inflation anschieben.«

Hauptverantwortlich für die stark steigenden Erzeugerpreise im Februar war den Statistikern zufolge abermals Energie. Sie verteuerte sich um durchschnittlich 68,0 Prozent. Erdgas kostete 125,4 Prozent mehr als im Februar 2021, elektrischer Strom zwei Drittel und leichtes Heizöl 56,9 Prozent mehr.

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Klammert man Energie aus, lagen die Erzeugerpreise insgesamt immer noch um 12,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Nahrungsmitteln lag der Aufschlag bei 9,2 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise mit 50,1 Prozent für nicht behandelte pflanzliche Öle, Butter (+64,4 Prozent) und Kaffee (+16,9 Prozent). Düngemittel und Stickstoffverbindungen kosteten 71,7 Prozent mehr, Papier und Pappe waren 44,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

fdi/Reuters