Teures Tanken, Heizen und Einkaufen Inflationsrate steigt im April auf 7,4 Prozent

Lieferengpässe, Corona und Russlands Krieg in der Ukraine: die Preise gehen nach oben. Im April klettert die Teuerungsrate laut Statistischem Bundesamt weiter auf 7,4 Prozent – der höchste Wert seit 41 Jahren.
Hohe Preise in Geschäften und Supermärkten: Es bleibt teuer

Hohe Preise in Geschäften und Supermärkten: Es bleibt teuer

Foto: Kiko Jimenez / Westend61 / IMAGO

Die Inflationsrate wird im April in Deutschland voraussichtlich 7,4 Prozent betragen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im März hatte die Teuerungsrate noch bei 7,3 Prozent gelegen.

Durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine waren die Preise für Energie und Rohstoffe im Vergleich zum Vorjahr drastisch gestiegen. Für Verbraucher macht sich dies durch hohe Tank- und Heizpreise bemerkbar. Aber auch Nahrungsmittel verteuerten sich massiv.

Die gestiegenen Verbraucherpreise treffen nach Rechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung besonders ärmere Haushalte, da diese einen größeren Anteil ihres Einkommens für Energie aufwenden. Erst am Mittwochabend hatte die Ampelregierung wegen der hohen Teuerungsrate ein Entlastungspaket verabschiedet.

Das Paket sieht unter anderem die Spritpreisbremse ab Juni, das Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr und eine einmalige Energiepauschale von 300 Euro vor. Empfänger von Sozialleistungen sollen eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro erhalten. Auch das Kindergeld soll einmalig um 100 Euro pro Kind angehoben werden. Teile des Paketes, wie etwa die Spritpreisbremse, sind umstritten. Unklar ist außerdem, ob die Hilfen die enormen Preissteigerungen tatsächlich abfedern können.

Kommt die Zinserhöhung?

Die Europäische Zentralbank (EZB) bezeichnet eine Inflation von rund zwei Prozent mittelfristig als ideal für die Konjunktur. Derzeit steckt die Notenbank aber in einem Dilemma: Um die Inflation zu bekämpfen, fordern viele Ökonomen und Ökonominnen, müssten die Zinsen steigen – dies könnte aber die Wirtschaft im Euroraum zusätzlich schwächen. Experten und Expertinnen rechnen noch in diesem Jahr mit einer Zinswende, EZB-Chefin Christine Lagarde hat eine Zinserhöhung für 2022 als wahrscheinlich bezeichnet.

jlk/Reuters
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