Folge des Krieges Importpreise steigen so stark wie seit 1974 nicht mehr

Importierte Waren werden immer teurer, die Preise steigen so stark wie zuletzt in der Ölkrise. Der Grund: Natürlich der Krieg – aber auch die Auswirkungen der Pandemie bleiben spürbar. Die EZB will nun gegensteuern.
Supermarkt in Deutschland: Höhere Einfuhrpreise treiben die Inflation

Supermarkt in Deutschland: Höhere Einfuhrpreise treiben die Inflation

Foto: Sven Hoppe / picture alliance/dpa

Es ist der stärkste Zuwachs seit der Ölkrise im September 1974: Die Preise für nach Deutschland importierte Waren sind im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,7 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit setzt sich der Preisauftrieb im Außenhandel fort. Schon im März waren die Einfuhrpreise um 31,2 Prozent gestiegen.

Besonders stark stiegen wie erwartet die Energiepreise. Importierte Energie war um mehr als 157 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die größten Preistreiber dabei waren der Gaspreis, der sich im Jahresvergleich mehr als vervierfachte, ebenso wie der Preis eingeführter Steinkohle. Auch Rohöl und Mineralölprodukte wie Benzin stiegen deutlich an. Aber auch ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Einfuhrpreise um 17,1 Prozent im Vergleich zum April vorherigen Jahres.

In den Preissteigerungen zeigen sich deutlich die Folgen des Krieges in der Ukraine. Auch die Preise für Düngemittel, Stickstoffverbindungen und Getreide stiegen deutlich. Die Ukraine gehört zu den größten Getreidelieferanten der Welt. Aber auch andere globale Krisen spiegeln sich in den Preissteigerungen wider: So verteuern sich Autos und Autoteile um 7,4 Prozent, wohl durch die Lieferkettenprobleme, die durch die Coronapandemie ausgelöst wurden.

Nach langem Zögern soll die Erhöhung der Leitzinsen kommen

Die Importpreise stellen eine von mehreren Preisstufen dar, die auf die Verbraucherpreise einwirken. Für den April errechnete das Statistische Bundesamt in Deutschland eine Inflationsrate von 7,4 Prozent, so hoch wie zuletzt 1981.

Um die Inflationsrate europaweit zu bekämpfen, stellt EZB-Präsidentin Christine Lagarde bis zum Spätsommer ein Ende der negativen Leitzinsen in Aussicht. Andere Notenbanken wie etwa die US-Notenbank Fed oder die Bank of England haben ihre Leitzinsen bereits erhöht.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Ukraine sei ein bedeutender Düngemittellieferant. Tatsächlich ist Russland ein bedeutender Düngemittellieferant. Diese Lieferkette ist durch Russlands Angriffskrieg nun unterbrochen. Wir haben die betreffende Stelle korrigiert.

jlk/dpa
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