Verbraucherpreise Inflation in den USA steigt auf höchsten Stand seit 40 Jahren

Das gab es zuletzt im Jahr 1982: Im Dezember lagen die Verbraucherpreise in den USA um sieben Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Notenbank hat bereits ein Gegensteuern beschlossen.
Supermarkt in New York (am 5. Januar): Lebensmittel gehören zu den Waren, die in den USA deutlich teurer geworden sind

Supermarkt in New York (am 5. Januar): Lebensmittel gehören zu den Waren, die in den USA deutlich teurer geworden sind

Foto: Richard B. Levine / IMAGO

Der Preisauftrieb in den USA hat sich im Dezember von hohem Niveau aus weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 Prozent, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1982. Die Rate liegt damit noch deutlicher als bislang über dem Inflationsziel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von zwei Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat November stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Wie auch in Deutschland sind unter anderem die Preise für Lebensmittel und Benzin spürbar gestiegen.

Wegen des raschen und nachhaltigen Anstiegs der Inflation hat die Fed bereits die Kehrtwende in ihrer Geldpolitik eingeleitet – weg von den konjunkturstützenden Maßnahmen der Coronakrise und hin zu einem Abbau der Hilfen. Die milliardenschweren Anleihekäufe der Notenbank etwa, die die Märkte mit zusätzlicher Liquidität versorgen, werden bis März eingestellt.

Nach Einschätzung vieler Experten könnte die Zentralbank angesichts der robusten Entwicklung des Arbeitsmarktes und des hohen Wachstums dann bereits bei ihrer Sitzung im März erstmals seit der Pandemie wieder den Leitzins erhöhen. Derzeit befindet er sich noch in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent.

Der jüngsten Prognose der Notenbank vom Dezember zufolge könnte es 2022 bis zu drei Zinsschritte geben. Mit einer Erhöhung des Leitzinses kann die Fed die Inflation bremsen, gleichzeitig wird aber auch die Konjunktur unter der strafferen Geldpolitik leiden.

Problem auch für Joe Biden

»Wenn sich dieses hohe Inflationsniveau in der Wirtschaft und in den Köpfen der Menschen festsetzt, dann wird das unausweichlich zu einer viel strafferen Geldpolitik von uns führen, was zu einer Rezession führen könnte«, warnte Notenbankchef Jerome Powell am Dienstag im US-Senat. »Das wäre schlecht für Arbeitnehmer«, fügte er hinzu. Die Fed ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet.

Die hohe Inflationsrate zehn Monate vor den Kongresswahlen ist auch ein Problem für US-Präsident Joe Biden und seine Demokraten. Es gilt eine einfache Faustregel: Je höher die Preise, umso unzufriedener sind die Wähler und umso mehr sinken Bidens Umfragewerte. Die Regierung bemüht sich mit verschiedenen Initiativen, den Anstieg der Teuerungsrate zu bremsen – sie sind aber im Umfang begrenzt.

fdi/dpa
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