Inflation Isländern werden die Ponys zu teuer

Die kleinen Pferde sind robust. Doch dem neuen Tiefstand der Isländischen Krone haben auch die Ponys nichts entgegenzusetzen: Viele Besitzer wollen ihre Tiere jetzt loswerden, weil die Haltung zu teuer geworden ist.


Reykjavik - Das Problem ist das Heu. Denn zum Heumachen braucht man einen Traktor, der wiederum betankt werden will. Und nicht nur der Sprit ist in Island unglaublich teuer geworden: Die Island-Krone ist am Donnerstag auf ein neues Rekord-Tief gegenüber dem Euro gesunken - bei einer Inflationsrate von 12,3 Prozent. Allein seit Beginn des Jahres kletterten die Benzinpreise 25 bis 35 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Isländer mit spritfressenden Geländewagen herumfahren.

Island-Pferde: Teure Haltung
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Island-Pferde: Teure Haltung

Insgesamt haben sich die Kosten für die Haltung von Pferden in den vergangenen Monaten stark verteuert. Deshalb wollen viele Besitzer ihre Tiere loswerden. Das Problem ist nur: Niemand will die Pferde haben. In den Boom-Jahren der Vergangenheit war der Wohlstand der Isländer gewachsen und viele leisteten sich Pferde, die ihnen jetzt lästig werden.

Seit einiger Zeit befindet sich Island in der Krise: In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Landeswährung rund die Hälfte ihres Wertes. Die Leitzinsen liegen bei 15,5 Prozent - ein extrem hoher Wert, zumal viele Isländer zu Boomzeiten auf dem Immobilienmarkt mutig Kredite zu flexiblen Zinssätzen aufgenommen haben.

Wegen der besonders krassen Auswirkungen des hohen Ölpreises auf die 310.000 Bürger der Nordatlantik-Insel gab es in Reykjavik bereits Proteste. Die führenden Banken des Landes - Glitnir, Kaupthing und Landsbanki - gelten als schwer angeschlagen. In den Zeiten der niedrigen Zinsen hatten sie eine aggressive Kreditpolitik betrieben, die ihnen jetzt zum Verhängnis wird.

cvk/dpa



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