Juli-Abrechnung Inflation schwächt sich erneut leicht ab

Die Preise sind im Juli nicht mehr ganz so rasant gestiegen. Von Entwarnung kann aber keine Rede sein.
Einkaufswagen

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Foto: Fabian Sommer / dpa

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Juli wie erwartet erneut etwas abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Eine erste Erhebung wurde damit wie erwartet bestätigt. Im Juni hatte die Jahresinflationsrate noch bei 7,6 Prozent gelegen und im Mai bei 7,9 Prozent.

Im Monatsvergleich stiegen die deutschen Verbraucherpreise im Juli um 0,9 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Inflationsrate (HVPI) lag im Juli bei 8,5 Prozent. Auch in dieser Betrachtung wurde die erste Schätzung wie erwartet bestätigt.

Preisdämpfend wirkten sich insbesondere das Anfang Juni eingeführte 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die Senkung der Energiesteuer auf Sprit aus. Zudem müssen Stromkunden seit 1. Juli die Förderung des Ökostroms nicht mehr über die Stromrechnung zahlen. Weitere Entlastungsmaßnahmen sind in der Diskussion.

Ökonomen rechnen in den kommenden Monaten mit wieder anziehenden Teuerungsraten, auch weil Spritsteuersenkung und 9-Euro-Ticket bislang bis Ende August befristet sind. »Die gegenüber den Vormonaten im Juli auf 7,5 Prozent gesunkene Inflation ist nur ein Zwischentief«, erklärt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Ab September sei wieder mit einer Beschleunigung der Teuerung zu rechnen. »Das Auslaufen des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts im September dürfte dann rechnerisch zu fast 1,5 Prozentpunkten zusätzlicher Inflation beitragen«.

»Die im Rahmen der Uniper-Rettung beschlossene Gasumlage könnte – sollte sie mit 5 Cent pro KWh plus Mehrwertsteuer angesetzt werden – bis zu 2 zusätzliche Prozentpunkte Inflation verursachen«, fügte der Ökonom hinzu. Insgesamt könnte damit die Inflationsrate im Winter die Zehn-Prozent-Marke erreichen. Um ein mögliches Folgeangebot des Billigfahrscheins wird in Berlin noch gerungen.

mik/dpa-AFX
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