Inflation, Energiekosten Einzelhandel rechnet mit weniger Umsatz 2022

Fast die Hälfte der Händler rechnet einer Umfrage zufolge für das zweite Halbjahr mit einer schlechteren Geschäftslage als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt könnten die Umsätze um zwei Prozent sinken.
Fußgängerzone in München: Der stationäre Einzelhandel dürfte weiter an den Onlinemarkt verlieren (Bild von 2021)

Fußgängerzone in München: Der stationäre Einzelhandel dürfte weiter an den Onlinemarkt verlieren (Bild von 2021)

Foto: Peter Kneffel / dpa

Der Einzelhandel in Deutschland rechnet in diesem Jahr inflationsbereinigt mit schrumpfenden Umsätzen. Der Grund: dramatisch gestiegene Energiekosten und eine insgesamt schlechte Verbraucherstimmung. »Die steigende Inflation schmälert die Kaufkraft der Kundinnen und Kunden massiv«, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin.

Aufgrund der hohen Inflation würden die Umsätze des Einzelhandels zwar auch in diesem Jahr nominal um drei Prozent auf 607 Milliarden Euro steigen, prognostizierte der HDE. Real – also inflationsbereinigt – bedeute dies jedoch Umsatzeinbußen von zwei Prozent.

Der Großteil des Wachstums dürfte auch diesem Jahr auf den Onlinehandel entfallen. Der HDE-Prognose zufolge könnte er seinen Umsatz um 12,4 Prozent auf gut 97 Milliarden Euro steigern. Der stationäre Handel dürfte demnach um 1,4 Prozent auf knapp 510 Milliarden Euro zulegen – und damit erneut Marktanteile an den Onlinehandel verlieren.

Nach einer aktuellen Umfrage des HDE unter 800 Unternehmen rechnet fast die Hälfte der Händler im zweiten Halbjahr mit einer Verschlechterung der Geschäftslage gegenüber dem noch stark von Corona geprägten zweiten Halbjahr 2021.

ani/dpa
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