Inflationsfolge Arbeitnehmer müssen Lohneinbußen hinnehmen

Im ersten Halbjahr 2006 blieben die Lohn- und Gehaltssteigerungen der Arbeitnehmer in Deutschland zum Teil deutlich hinter dem Anstieg der Verbraucherpreise zurück. Faktisch bedeutet das Lohneinbußen.


Hamburg - Die Tarifabschlüsse in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bewegten sich zwischen 0,5 und 3,4 Prozent, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum um rund 2,0 Prozent anstiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit.

2005 hatten die Statistiker erstmals seit 1997 ein Sinken der Reallöhne registriert: Der durchschnittliche Zuwachs bei den tariflichen Monatsgehältern von Arbeitern (1,2 Prozent) und Angestellten (1,3) lag unterhalb der Inflationsrate von 2,0 Prozent.

Der durchschnittliche Anstieg der Tarifgehälter im ersten Halbjahr 2006 wird Ende Oktober veröffentlicht. Im Frühjahr war der Anstieg nach früheren Angaben so gering wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Bei den abgeschlossenen Tarifverträgen im ersten Halbjahr gab es je nach Region und Branche große Unterschiede. Einen faktischen Rückgang verzeichneten die Tariflöhne am Bau im gesamten Bundesgebiet. Bedingt durch eine Arbeitszeitverlängerung zu Beginn des Jahres kam es zu einem Rückgang der Stundenlöhne um 2,5 Prozent, der durch einen späteren Anstieg der Tariflöhne um 1,0 Prozent nicht ausgeglichen wurde. Den geringsten Anstieg gab es im Großhandel Rheinland-Rheinhessen mit 0,5 Prozent, den höchsten mit 3,4 Prozent bei der Energieversorgung in Baden-Württemberg.

kaz/dpa



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