Statistisches Bundesamt Inflationsrate steigt auf zehn Prozent

9-Euro-Ticket weg, Tankrabatt weg: Die Inflation hat sich im September beschleunigt. Bundesweit klettert sie laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamts auf 10,0 Prozent.
Weniger Ware für mehr Geld: Die Inflationsrate ist in Deutschland wie erwartet deutlich gestiegen

Weniger Ware für mehr Geld: Die Inflationsrate ist in Deutschland wie erwartet deutlich gestiegen

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die Inflation in Deutschland steigt und steigt: Das Statistische Bundesamt schätzt die Teuerungsrate im September auf 10,0 Prozent. Im August war die jährliche Rate nach zwei Monaten leichter Entspannung bereits auf 7,9 Prozent gestiegen.

Nach dem Auslaufen von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket Ende August hatten Volkswirte bereits mit einem deutlichen Sprung der Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat gerechnet. Sie waren davon ausgegangen, dass sich die Inflationsrate der 10-Prozent-Marke nähert.

Preissprünge bei Energie infolge des Ukrainekriegs und steigende Lebensmittelpreise heizen die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft seit Monaten an. Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sich diese pro Euro weniger Waren leisten können. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Ähnlich hohe Werte gab es lediglich in den 70er-Jahren zu Zeiten der Ölkrise in der alten Bundesrepublik.

Dass sich die Inflation in Deutschland im September massiv erhöht, zeigten schon erste Daten aus den Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen etwa stieg die Jahresteuerung auf 10,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang der 1950er-Jahre, wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte . Im August lag sie noch bei August: 8,1 Prozent. In Bayern kletterte die Inflation sogar auf 10,8 Prozent, in Brandenburg auf 9,9 Prozent, in Baden-Württemberg auf 9,5 Prozent und in Hessen auf 9,4 Prozent.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW verteuerten sich von August auf September insbesondere Güter und Dienstleistungen im Bereich Verkehr. »Hauptpreistreiber waren dabei die sogenannten kombinierten Personenbeförderungsleistungen aufgrund des Wegfalls des 9-Euro-Tickets sowie die Kraftstoffpreise«, heißt es in der Mitteilung.

Angesichts der Energiekrise rechen führende Wirtschaftsforschungsinstitute mit deutlichen Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten. Die Lage werde sich im kommenden Jahr noch verschlechtern, da die höchsten Verbraucherpreise für Energie erst Mitte 2023 erwartet würden, sagte Wirtschaftsforscher Torsten Schmidt vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Erst 2024 werde sich der private Konsum wieder erholen. In ihrem Herbstgutachten prognostizieren die Institute eine Rezession für Deutschland. (Mehr dazu lesen Sie hier).

ani/dpa/Reuters
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