Kaufkraftrechner So frisst die Inflation Ihr Gehalt auf

Die Preise steigen – so rasant, dass die Gehälter kaum Schritt halten. Hier können Sie herausfinden, wie viel Geld Ihnen fehlt.
Geldnot am Monatsende (Symbolfoto): Mit jedem Anstieg der Preise verringert sich die Kaufkraft Ihres Gehalts

Geldnot am Monatsende (Symbolfoto): Mit jedem Anstieg der Preise verringert sich die Kaufkraft Ihres Gehalts

Foto: Thomas Trutschel / Photothek /Getty Images

Die Preise steigen, Monat für Monat, und zwar immer schneller. Spätestens vergangenen Herbst fiel es vielen Menschen auf, als Energieversorger Briefe verschickten, in denen sie steigende Tarife für Gas oder Strom ankündigten.

Solche Mehrkosten sind inzwischen auch bei vielen Produkten angekommen, die energieintensiv produziert oder mit teurem Sprit transportiert werden. Hinzu kommen die Lieferengpässe in vielen Branchen, großenteils ein Kollateralproblem der Coronapandemie und inzwischen auch des Kriegs in der Ukraine. Gleich, ob Autos, Bratöl, Elektronik – was selten ist, muss teurer bezahlt werden. Und verteuert dann wieder andere Produkte.

Die Spirale dreht sich, die Preise ziehen an, viele spüren das. Aber wie viel Geld fehlt Ihnen genau? Das können Sie mit diesem Rechner leicht herausfinden.

Sie müssen dafür nur zwei Dinge wissen: Die Höhe Ihres derzeitigen Bruttogehalts und den Monat, in dem Sie zuletzt eine Gehaltserhöhung bekommen haben. Dann zeigt Ihnen unser Rechner, wie hoch das Gehalt liegen müsste, um sich damit zu heutigen Preisen die gleichen Dinge zu kaufen wie zur Zeit der Gehaltserhöhung.

Wie funktioniert das? Das Statistische Bundesamt erhebt jeden Monat, wie stark die Preise für Produkte und Dienstleistungen steigen und somit die Inflation. Mit jedem Anstieg der Preise verringert sich die Kaufkraft eines Gehalts, das ja zunächst unverändert bleibt, um genau diesen Prozentsatz. Wie viel das in Euro und Cent ist, kalkuliert der Rechner und zählt es zum Gehalt dazu. Und zwar für jeden Monat seitdem Ihre Chefin oder Ihr Chef das letzte Mal gesagt hat: Na gut, dann bekommen Sie mehr.

Wie das mit verallgemeinerten Daten so ist: Selbstverständlich kann es individuell noch mal ganz anders ausfallen. Der Berechnung der Preissteigerung liegt ein imaginärer Warenkorb zugrunde, eine Auswahl von Produkten und Dienstleistungen also, deren Preise überwacht werden. Über die Zusammensetzung des Warenkorbes haben sich die Bundesstatistiker viele Gedanken gemacht, der Warenkorb gilt als repräsentativ. Ihr persönlicher Warenkorb kann dennoch anders aussehen.

Wer aufgrund eines Altvertrags besonders günstig mietet, wer kein Auto hat und folglich keinen Sprit kauft, kommt zum Beispiel günstiger weg. Wer überdurchschnittlich weit über die Autobahn zur Arbeit pendelt, in einem ungedämmten Altbau wohnt oder jedes Jahr aufs neueste Handy besteht, den belastet die Preissteigerung mehr, als es die Statistik abbildet.

Stoff für Tarifverhandlungen

Sicher können solche Entwicklungen nicht fortlaufend durch entsprechende Gehaltserhöhungen ausgeglichen werden – das soll dieser Rechner gar nicht suggerieren. Er zeigt nur bezogen auf das eigene Gehalt, wie die Kaufkraft schwindet.

Aber: In den kommenden Monaten werden genau solche Fragen eine Rolle spielen, in Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, in Gesprächen von Mitarbeitern und Chefs. Der Druck wird steigen, die Löhne anzuheben. Individuell ist das verständlich, könnte aber die Preisspirale weiter beschleunigen, wenn die Firmen die Kosten für höhere Gehälter über die Produktpreise wieder reinholen.

Einen Bereich gibt es übrigens doch, der recht präzise auf die Inflation reagiert: Wer eine Wohnung mit Indexmietvertrag hat , muss bis zu einmal im Jahr Erhöhungen in der Größenordnung der Inflation erdulden.

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