Inhaftierter Milliardenbetrüger Gefängnispersonal lobt Madoffs Manieren

Der zu 150 Jahren Haft verurteilte Finanzbetrüger Bernard Madoff macht sich im Gefängnis offenbar beliebt: Ein Mitarbeiter der Anstalt lobt das Benehmen des inhaftierten Milliardenbetrügers - der Ex-Finanz-Zocker arbeite täglich stundenlang an Gravuren.


New York - Es ist das erste Mal seit langem, dass jemand etwas Positives über Bernard Madoff sagt: "Er passt hier perfekt hin und hat mit niemandem Probleme", sagte ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Butner im US-Bundesstaat North Carolina der "New York Post". Der 71-Jährige arbeite täglich sieben Stunden in einer Gefängnisabteilung.

Madoff graviert in seiner Arbeit dem Bericht zufolge Namensschilder für Türen und Schreibtische. Die Arbeit beginnt für den Milliardenbetrüger demnach täglich bereits um 7 Uhr morgens, sie endet um 14.30 Uhr. Mit dem Geld, das Madoff in der Werkstatt verdient, kann er sich laut "New York Post" im Gefängnisladen Lebensmittel kaufen und in seiner eigenen Zelle kochen. Bislang isst er demnach allerdings gemeinsam mit den anderen Gefangenen.

Madoff war Ende Juni zu 150 Jahren Haft verurteilt worden. Der einst hoch geachtete Finanzfachmann hatte ein jahrzehntelanges betrügerisches Schneeballsystem gestanden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er etwa 4800 Anleger um mindestens 13,2 Milliarden Dollar geprellt hat.

Die Gewinne seiner Kunden hatte der Geschäftsmann stets mit dem Geld neuer Anleger bezahlt. Die angeblichen Aktiengeschäfte und die behaupteten Renditen gab es gar nicht. Zu den Opfern zählen auch viele Prominente wie Hollywood-Regisseur Steven Spielberg. Mehrere Stiftungen gingen pleite.

Zuvor hatten US-Behörden Madoffs Luxus-Penthouse in New York beschlagnahmt. Seine Frau Ruth musste die sieben Millionen Dollar teure Wohnung in Manhattan räumen und ihr persönliches Eigentum zurücklassen.

Madoffs Ehefrau war zudem der Großteil des Familienbesitzes entzogen worden. Sie darf 2,5 Millionen Dollar behalten. Sie soll wie die beiden Söhne nichts von dem Mega-Betrug gewusst haben. Der Geschäftsmann will allein und ohne Wissen anderer gehandelt haben.

ssu/AFP



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