Insolventer Autozulieferer Russischer Investor rettet TMD Friction

Aufatmen bei TMD Friction: Der insolvente Autozulieferer hat einen Investor gefunden - die russische Beteiligungsgesellschaft Pamplona. Durch die Übernahme seien nun 3800 der 4500 Jobs gesichert, teilte das Unternehmen mit.


Leverkusen - Der Autozulieferer TMD Friction ist vorerst gerettet. Die Beteiligungsgesellschaft Pamplona Capital Management übernimmt den weltweit größten Hersteller von Bremsbelägen, teilten TMD und der Insolvenzverwalter am Freitag mit. Die Transaktion wird den Angaben zufolge vollständig auf Basis von Eigenkapital finanziert.

Produktion bei TMD Friction: Investor sichert Erhalt der Arbeitsplätze zu
TMD Friction

Produktion bei TMD Friction: Investor sichert Erhalt der Arbeitsplätze zu

TMD Friction hatte Anfang Dezember 2008 den Insolvenzantrag gestellt. Hauptgrund dafür sei die sinkende Nachfrage in der Autobranche im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, hieß es. Das Amtsgericht Köln eröffnete zum 1. März das Insolvenzverfahren. Der Umsatz von TMD Friction betrug im vergangenen Jahr 639 Millionen Euro, 60 Millionen Euro weniger als 2007. Zum Ergebnis wurden keine Angaben gemacht.

Durch die Übernahme seien nun rund 3800 der 4500 Arbeitsplätze gesichert. In Deutschland wurden bislang 260 der rund 2000 Stellen gestrichen. 90 Prozent der betroffenen Mitarbeiter hätten das Angebot angenommen, in einer Qualifizierungsgesellschaft für zehn Monate weiterbeschäftigt zu werden. Der Investor habe zugesichert, alle Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland zu erhalten. Auch im Ausland solle keine Stelle abgebaut werden, hieß es.

Pamplona mit Sitz in London gehört dem ehemaligen russischen Bankier Alex Knaster. Er habe die beste Lösung für die Fortführung des Geschäfts geboten, hießt es. "Mit Pamplona hat TMD Friction einen neuen Partner, der langfristig orientiert ist und dem Unternehmen genug Potential bietet, um sich auch in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise am Markt durchsetzen zu können", sagte Insolvenzverwalter Frank Kebekus. Nach Angaben von TMD hat sich auch das Management zu einem kleineren Teil am Unternehmen beteiligt.

Firmenchef Whitworth zeigte sich zuversichtlich, was die Zukunft angeht: Das Unternehmen habe bereits mehrere neue Aufträge von verschiedenen Autoherstellern erhalten. Auch in Zeiten der Krise gebe es für Bremsbeläge immer Bedarf, weil es sich um ein Produkt handele, das aufgrund gesetzlicher Vorschriften regelmäßig erneuert werden müsse.

cte/AP/Reuters/dpa-AFX



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