Insolventer Chip-Hersteller Chinesische IT-Firma zeigt Interesse an Qimonda

Lichtblick für Qimonda: Die chinesische IT-Firma Inspur hat eine Beteiligung an dem insolventen Chip-Hersteller in Aussicht gestellt. Als Bedingung fordern die Asiaten jedoch einen staatlichen Einstieg - ein Wunsch, dem die sächsische Regierung mit Skepsis begegnet.


München - Die chinesische Staatsfirma Inspur könnte den insolventen Chip-Hersteller Qimonda Chart zeigen vor dem Aus bewahren. Ein Mitarbeiter des Unternehmens in Jinan bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass Interesse an einer Beteiligung bestehe. Beide Seiten hätten "die Absicht, zu kooperieren", Einzelheiten der geplanten Zusammenarbeit seien allerdings "ein Geheimnis", sagte der Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte: "Es ist eine gute Chance für uns, größer und stärker zu werden."

Qimonda-Werk in Dresden:
DDP

Qimonda-Werk in Dresden:

Die Investoren müssen sich bis Ende März festlegen, da der Insolvenzrichter am 1. April voraussichtlich die Liquidierung des Speicherchipherstellers einleiten wird. Am Freitag hatte Qimonda angekündigt, das Dresdner Hauptwerk bis Ende März herunterzufahren. Eine massive Überproduktion hatte den Preis für Speicherchips vor mehr als einem Jahr einbrechen lassen. Seitdem schreibt nicht nur Qimonda tiefrote Zahlen. Viele Hersteller überleben nur dank staatlicher Hilfen, in Deutschland war das Rettungspaket für Qimonda jedoch gescheitert, weshalb das Unternehmen Insolvenz anmelden musste.

Als Bedingung für den Einstieg fordern die Chinesen laut "Financial Times Deutschland" einen Einstieg von Sachsen, Portugal und den Gläubigern. Während Portugal dazu bereit sei, lehne Sachsen sogar eine zeitlich befristete Beteiligung ab. Ohne einen Geschäftsplan sei eine staatliche Beteiligung hypothetisch, zitierte die "FTD" einen Sprecher der Staatskanzlei.

Eine weitere mögliche Variante sei, dass sich neben den Chinesen ein oder mehrere weitere asiatische Investoren an Qimonda beteiligen, hieß es. Die bisherige Konzernmutter Infineon Chart zeigen spiele bei den Überlegungen aufgrund eigener klammer Kassen keine Rolle mehr. Allerdings verhandele Insolvenzverwalter Michael Jaffé auch noch mit weiteren Interessenten.

cte/Reuters/AFP/dpa



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