Coronakrise Auskunftei erwartet 2021 Insolvenzwelle

Kommt die coronabedingte Pleitewelle in diesem Jahr? Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürger rechnet damit, dass sich die Zahl der Firmeninsolvenzen im Vergleich zu 2020 verdoppelt.
Geschäftsaufgabe in Stuttgart: Die Corona-Insolvenzen könnten sich 2021 verdoppeln

Geschäftsaufgabe in Stuttgart: Die Corona-Insolvenzen könnten sich 2021 verdoppeln

Foto: Michael Weber IMAGEPOWER / imago images/Michael Weber

Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel rechnet aufgrund der Coronapandemie noch in diesem Jahr mit einer Insolvenzwelle in Deutschland. Die Zahl der Firmenpleiten könne sich im Vergleich mit 2020 mehr als verdoppeln. Insgesamt 35.500 Firmeninsolvenzen seien möglich, schreibt  Crif-Bürgel-Geschäftsführer Frank Schlein.

»Bedingt durch die Coronakrise haben viele Unternehmen in Deutschland derzeit wirtschaftliche Probleme«, so Schlein. Mehr als 300.000 Unternehmen seien aktuell in finanziellen Schwierigkeiten. Dies spiegle sich jedoch in den Insolvenzzahlen bislang noch nicht wider.

Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr meldeten laut Crif Bürgel in Deutschland lediglich 15.865 Unternehmen Insolvenz an – 16,5 Prozent weniger als 2019. Hauptursache für diese Entwicklung sei die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in Kombination mit zahlreichen Hilfspaketen für Unternehmen.

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft würden deshalb erst allmählich – in diesem und im kommenden Jahr – voll sichtbar, sagte Schlein. Neben dem »normalen« Insolvenzgeschehen drohten rund 16.500 zusätzliche Insolvenzen. »Betroffen sind vor allem Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern«, sagte Schlein.

Folgen nur aufgeschoben

Die negativen Folgen des Corona-Shutdowns und der anhaltenden Wirtschaftskrise würden nach Ansicht der Wirtschaftsauskunftei somit lediglich verschoben. Darunter litten vor allem Gläubiger, das heißt Lieferanten oder auch Vermieter. Sie müssten befürchten, durch eine Insolvenz auf ihren Forderungen sitzenzubleiben und so ihr Geld nicht zu bekommen.

Derzeit sind Crif Bürgel zufolge vor allem Unternehmen aus den Branchen Gastronomie, Touristik, Entertainment, dem Textileinzelhandel und Messebauer besonders insolvenzgefährdet.

bah/dpa
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