Intel Gewinn steigt um 100 Prozent

Die Wall Street kann aufatmen: Chip-Weltmarktführer Intel hat seinen Gewinn im vierten Quartal verdoppelt. Einige Analysten warnen jedoch vor weiteren Entlassungen.


Intel-Zentrale in Santa Clara
AP

Intel-Zentrale in Santa Clara

New York - Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal auf 1,05 Milliarden Dollar - doppelt so viel wie die 504 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Das gab das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara am Dienstag nach Börsenschluss bekannt.

Intels Bericht war an der Wall Street mit Spannung erwartet worden. Eine Enttäuschung hätte die jüngste Kursrallye voraussichtlich beendet. Stattdessen lag der Gewinn mit 16 Cents pro Aktie zwei Cents über den Erwartungen der Analysten. Auch der Umsatz fiel besser aus als erwartet. Die Intel-Aktie stieg im nachbörslichen Handel daraufhin leicht.

Als Grund für die guten Zahlen nannte Intel-Finanzchef Andy Bryant die starke Nachfrage zum Jahresende. Das vierte Quartal ist traditionell Intels bestes Quartal, diesmal flaute zusätzlich die Nachfrage nach Weihnachten nicht ab.

Der Ausblick bleibt jedoch vage. Selbst für das laufende Quartal konnte das Unternehmen nur eine sehr grobe Schätzung abgeben. Der Umsatz werde im Vergleich zum vierten Quartal um drei bis zehn Prozent zurückgehen, sagte das Unternehmen.

Enttäuschend war die Ankündigung, dass Intel dieses Jahr zum dritten Mal in Folge seine Investitionen zurückfahren wird. Die Vorhersage lautet zwischen 3,5 und 3,9 Milliarden Dollar, doch das kann wie vergangenes Jahr noch nach unten reduziert werden. 2002hatte Intel 4,6 Milliarden Dollar investiert.

Einige Analysten begrüßten die Zahlen als Zeichen für eine zaghafte Erholung im Chip-Sektor. Andere, darunter Joseph Osha von Merrill Lynch, bleiben vorsichtig. Schließlich war schon vor einem Jahr eine Erholung der Branche angekündigt worden, die dann nie kam. Doch auch Osha erwartet, dass der Chip-Umsatz dieses Jahr um zwölf Prozent und nächstes Jahr um 16 Prozent wächst. "Wir brauchen keinen dramatischen Konjunktur-Aufschwung, um diese Zahlen zu erreichen", schrieb er in einem Bericht.

Adam Parker, Analyst von Sanford Bernstein, hingegen warnt vor weiteren Kürzungen und Entlassungen. Intels Betriebskosten seien mit 30 Prozent vom Umsatz immer noch zu hoch, sagte er gegenüber der Finanz-Website TheStreet.com. Vergangenes Jahr hatte Intel 4000 Mitarbeiter entlassen.

Carsten Volkery, New York



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