Interessenten-Mangel Pin-Gruppe steht vor der Zerschlagung

Es sieht düster aus für die Pin: Die meisten Kaufinteressenten für den angeschlagenen Briefdienstleister sind einer Zeitung zufolge abgesprungen. Die Gruppe steht demnach vor der Zerschlagung.

Düsseldorf - Die Pin-Gruppe wird aller Wahrscheinlichkeit nach häppchenweise verscherbelt: Dem "Handelsblatt" zufolge sind von den ursprünglich 30 Kaufinteressenten für das Gesamtunternehmen die meisten abgesprungen. Nun müsse der Pin-Vorstandsvorsitzende Horst Piepenburg die Gesellschaften einzeln oder in Gruppen anbieten. Dem Blatt zufolge dürfte das zur Schließung zahlreicher unrentabler Gesellschaften führen und viele Arbeitsplätze kosten. Ein Pin-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach Informationen der Zeitung läuft für viele der 37 insolventen Pin-Gesellschaften mit insgesamt 7500 Mitarbeitern Ende Februar der Anspruch auf Insolvenzgeld aus. Damit seien bisher die Lohnzahlungen fortgesetzt worden.

Ende Januar hatte auch die Luxemburger Mutter Pin Group in Köln Insolvenz angemeldet. Der Schritt wurde nötig, weil ein Berliner Pin-Aktionär nicht bereit war, eine Forderung von rund 1,5 Millionen Euro gegenüber der Muttergesellschaft zu stunden.

Vor allem der Hauptaktionär, der Axel-Springer-Verlag, hatte sich auf einer Gesellschafterversammlung am 15. Januar erneut geweigert, weiteres Geld zuzuschießen, da ein Käufer nach Meinung des Verlags nicht in Sicht sei. Durch die Insolvenz haben die bisherigen Pin-Gesellschafter, neben Springer unter anderem der Verlag Holtzbrinck und die WAZ-Gruppe, nun keinen Einfluss mehr auf einen möglichen Verkauf.

ase/ddp

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