Internet-Konzern unter Druck Microsoft lässt Yahoo abblitzen

Sorry, kein Interesse: Microsoft will nicht für Yahoo bieten. Das teilt jetzt der Konzern mit, der noch Anfang des Jahres 47,5 Milliarden Dollar für das Internet-Unternehmen auf den Tisch legen wollte - und abgeblitzt ist. Erst diese Woche war schon eine Partnerschaft von Yahoo mit Google gescheitert.


Sydney - Microsoft, weltgrößter Software-Konzern, werde kein weiteres Übernahme-Angebot abgeben, erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Freitag auf einer Konferenz im australischen Sydney. "Wir haben ein erstes Angebot gemacht, wir haben ein zweites Angebot gemacht, und dann sind wir weitergezogen", sagte Ballmer. Spekulationen darüber, dass Microsoft immer noch an einer Übernahme an Yahoo interessiert sei, wies er zurück. Eine Art von Partnerschaft schloss der Microsoft-Chef aber nicht aus.

Microsoft-Chef Ballmer: Partnerschaft mit Yahoo nicht ausgeschlossen
DPA

Microsoft-Chef Ballmer: Partnerschaft mit Yahoo nicht ausgeschlossen

Yahoo-Chef Jerry Yang hatte eine Übernahme wieder ins Spiel gebracht, nachdem die Yahoo-Pläne für eine Werbe-Partnerschaft mit Google wegen massiver Wettbewerbsbedenken endgültig geplatzt waren. Der Deal mit Google war ursprünglich zur Abwehr gegen eine Übernahme durch Microsoft von Yang in die Wege geleitet worden.

Microsoft Chart zeigen hatte nach langem Hin und Her zuletzt im Mai 33 Dollar je Yahoo-Aktie geboten und damit insgesamt 47,5 Milliarden Dollar, was das Internet-Unternehmen aber ablehnte. Darauf strebte Microsoft den Kauf eines 16-Prozent-Anteils und die Übernahme des Suchmaschinengeschäfts von Yahoo an. Als auch dieser Plan am Widerstand von Yahoo scheiterte, stoppte Microsoft die Verhandlungen. Im Oktober erklärte das Unternehmen dann, man habe kein Interesse mehr an einer Übernahme von Yahoo Chart zeigen.

Als jetzt Google Chart zeigen eine Werbe-Allianz mit Yahoo am Mittwoch unter Druck der US-Kartellbehörden aufgab, kam erneut Microsoft als möglicher Käufer ins Gespräch - Yahoo-Chef Yang äußerte sich nun zugunsten von Microsoft. "Bis heute würde ich sagen, dass es das Beste für Microsoft wäre, Yahoo zu kaufen", erklärte Yang am Mittwoch. Das Unternehmen sei derzeit "offen für alles".

Wiederholt hatte Yang zuvor die Kaufofferten entgegen der Interessen vieler Aktionäre zurückgewiesen. Ursprünglich wollte Microsoft mit der Übernahme bei Online-Werbung zum Suchmaschinenspezialisten Google aufschließen, der mit weitem Abstand den Markt anführt.

kaz/dpa/Reuters



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