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08. August 2000, 17:44 Uhr

Internethandel

Unternehmer vermissen klare Regeln

Wie eine Umfrage ergab, sehen viele Firmen das Fehlen anerkannter Geschäftsregeln als eine Haupthürde für den Einstieg in den Internethandel. Die Hälfte der Unternehmen fürchtet auch Sicherheitsrisiken beim E-Commerce.

[M] AP; DPA

Frankfurt am Main - 57,4 Prozent der befragten Firmen hätten bemängelt, dass es noch keine allgemein üblichen Geschäftsgepflogenheiten im elektronischen Handel gebe, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung Consulting Partner. Für die Studie seien insgesamt 1300 deutsche Firmen durch das Marktforschungsinstitut Infratest Burke befragt worden.

Als weiteren entscheidenden Hinderungsgrund für den Erfolg des Online-Geschäfts nannte die Hälfte der Unternehmen den Mangel an spezialisierten Mitarbeitern.

Darüber hinaus sorgten sich Unternehmen um rechtliche Aspekte und Sicherheitsfragen. 48,1 Prozent der Firmen zeigten sich skeptisch gegenüber der Fälschungssicherheit der übertragenen Informationen; fast genauso viele glaubten nicht, dass die Kommunikation beim E-Commerce ausreichend geschützt sei. 44 Prozent der Unternehmen gingen davon aus, dass die meisten potenziellen Kunden nicht bereit seien, per Kreditkarte zu zahlen. Ein anderes sicheres Zahlungsverfahren fehle jedoch.

Technologische Gründe sprechen der Umfrage zufolge nicht gegen einen Einstieg in den E-Commerce. Nur ein knappes Viertel der Unternehmen stufte die Technik als zu kompliziert ein. Interne Probleme wie mangelnde Unterstützung durch das Management oder Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Fachbereichen fielen mit 17,7 Prozent am wenigsten ins Gewicht.

44,7 Prozent der Unternehmen erklärten, die Einstiegskosten seien wegen Anschaffungen sowie Schulungen für Mitarbeiter zu hoch. Etwa ein Drittel der Unternehmen gab an, ihre Produkte oder Dienstleistungen seien für E-Commerce nicht geeignet.

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