Investment-Krise Anleger flüchten weiter aus Immobilienfonds

Die Krise der offenen Immobilienfonds ist trotz aller Bemühungen der Branche noch nicht entschärft. Nun meldet die Fondsgesellschaft der SEB-Bank drastische Mittelabflüsse.


Düsseldorf - Nach Angaben von Barbara Knoflach, Geschäftsführerin der Investmentgesellschaft SEB Immobilien-Investment, verzeichnete der SEB Immoinvest-Fonds allein am Freitag Mittelabflüsse in Höhe von 100 Millionen Euro. Dadurch habe sich die Nettoliquidität des 5,5 Milliarden Euro schweren Fonds auf eine Milliarde Euro reduziert, sagte sie dem "Handelsblatt".

Die Fondsmanagerin rechnet damit, dass auch bei anderen Gesellschaften die Abflüsse derzeit doppelt so hoch sind wie direkt nach der Schließung des Deutsche-Bank-Fonds Grundbesitz Invest im Dezember 2005. Die Deutsche Bank hatte die Krise ausgelöst, als sie ihren offenen Immobilienfonds bis zu einer Neubewertung geschlossen hatte. Dies hatte auch bei anderen Fonds zu einem drastischen Mittelabfluss geführt. In der vergangenen Woche hatte akuter Liquiditätsmangel die Schließung der von der Investmentgesellschaft KanAm gestarteten Fonds US-Grundinvest und Grundinvest zur Folge.

Wenn die Abflüsse nicht nach drei bis vier Tagen abebbten, wage sie keine Prognose, wo dies enden werde, sagte Knoflach. Ausdrücklich warnte sie vor einer Panik. Die Situation des SEB Immoinvest belege das Risiko, das von einem hohen Anteil institutioneller Investoren in einem Fonds ausgeht. Vor der ersten Fondskrise hätten sie 550 Millionen Euro der Einlagen gestellt, sagte Knoflach. Davon seien seitdem etwa 370 Millionen Euro abgeflossen.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.