Investments Dach-Hedgefonds auf der Verliererstraße

Berühmt-berüchtigt sind Hedgefonds für rabiate Investmentmethoden und satte Gewinne. Einige deutsche Banken wollten auf diesen Zug aufspringen. Die Resultate fallen allerdings überschaubar aus.


Hamburg - Der Dach-Hedgefonds der Münchner Privatbank Merck Finck beispielsweise hat Ende Februar geschlossen. Als Grund für das Aus gab eine Sprecherin der Bank gegenüber der "Financial Times Deutschland" die schwache Rendite an. "Die Resultate waren nicht so gewinnbringend wie vorgestellt", sagte sie.

Der im März 2004 gestartete Fonds, der vom Bad Homburger Finanzdienstleister Feri Institutional Advisors beraten wurde, hatte demnach per saldo kein Plus gemacht. Merck Finck war mit der Schließung hierzulande nicht allein. Bereits Anfang März wurde bekannt geworden, dass der Münchner Einzel-Hedgefonds Lion den Markt verlässt. Lion begründete die Schließung mit dem Mangel an Investoren.

Neben Merck Finck könnten weitere Anbieter ihre Dach-Hedgefonds, die ihrerseits in einzelne Hedgefonds investieren, bald schließen. "Wir sprechen die unterschiedlichen Möglichkeiten durch", sagte Matthias Schellenberg, Chef Alternative Investments bei Pioneer in Deutschland. Die Unicredit-Tochter hat gemeinsam mit Hansainvest einen Dach-Hedgefonds aufgelegt. Eine Entscheidung solle bis zum dritten Quartal fallen, sagte Schellenberg.

Nach "FTD"-Informationen prüft noch eine andere große Gesellschaft, ob sie ihren Dach-Hedgefonds aufgibt. "Es ist relativ wahrscheinlich, dass weitere Fonds schließen", sagte ein Kenner

suc/dpa-AFX



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