Investor gesucht Wulff hofft auf Katar-Einstieg bei VW

Werben um Katar: Nach Porsche bemüht sich auch Volkswagen um die Gunst des Emirats. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff würde eine Beteiligung der Araber laut einem Pressebericht "uneingeschränkt" begrüßen. Auch die Belegschaft unterstützt den Plan.


Hamburg - Das Kräftemessen zwischen Volkswagen und Porsche nimmt eine neue Wendung: Die niedersächsische Landesregierung und die VW-Mitarbeiter hoffen laut einem Pressebericht auf einen Einstieg des Emirats Katar bei Europas größtem Autokonzern. Katar werde als Investor bei VW "uneingeschränkt begrüßt", berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Landesregierung in Hannover.

VW: Wulff traf sich mit einer Delegation aus Katar
DDP

VW: Wulff traf sich mit einer Delegation aus Katar

Das Land ist mit 20 Prozent hinter Porsche der zweitgrößte VW-Aktionär und besitzt durch das VW-Gesetz ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulf (CDU) traf sich bereits am Wochenende mit einer Delegation Katars.

Bislang war stets ein Einstieg Katars bei Porsche im Gespräch. Dass die Araber nun auch als VW-Investoren in Frage kommen, bringt die Debatte neu in Schwung.

Auch bei den Arbeitnehmern sei Katar als neuer Großaktionär willkommen, heißt es in der "SZ". VW brauche einen Investor, wenn das Unternehmen "in einen sicheren Hafen steuern will", zitiert die Zeitung einen Belegschaftsvertreter. Die Mitarbeiter unterstützen den Plan nicht zuletzt, weil er die Position von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking schwächen würde. Wiedeking hat sich in Wolfsburg mehrfach unbeliebt gemacht.

Porsche verhandelt parallel mit Katar um einen Einstieg bei dem Sportwagenhersteller. Der Sportwagenhersteller hatte sich mit der Übernahme von Volkswagen finanziell übernommen und einen Schuldenberg über neun Milliarden Euro aufgehäuft. Nachdem die staatseigene Förderbank KfW einen Kreditwunsch Porsches vorerst abgelehnt hat, ist die Lage beim VW-Großaktionär angespannt.

Alternativ wird vermutet, dass Katar Porsche seine Optionen auf VW-Aktien abkauft - und so bei VW einsteigt. Auch das würde Geld in die Kasse der Stuttgarter spülen, laut "SZ" wären diese Einnahmen aber vergleichsweise gering. Porsche besitzt knapp 51 Prozent der VW-Anteile und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent.

Zwei Konzerne im Vergleich
Volkswagen
Fahrzeugproduktion: 6,35 Millionen
Umsatz: 113,8 Milliarden Euro
Nettogewinn: 4,69 Milliarden Euro
Mitarbeiter: 370.000
Marken: 9
Werke: 61

Porsche
Fahrzeugproduktion: 0,105 Millionen
Umsatz: 7,47 Milliarden Euro
Nettogewinn: 6,39 Milliarden
Mitarbeiter: 12.200
Marken: 1
Werke: 2

cte/dpa-AFX



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