Irak-Aufträge Pentagon straft Halliburton-Kritikerin ab
Washington - Die Versetzung auf eine nachrangige Stelle erfolge wegen mangelnder Arbeitsqualität, erklärte das Pentagon. Der Anwalt von Greenhouse erklärte dagegen, es handele sich um eine "eklatante Diskriminierung" seitens des US-Verteidigungsministeriums, weil seine Mandantin die offensichtliche Bevorzugung des Halliburton-Konzerns angeprangert habe.
Greenhouse hatte sich darüber beschwert, dass entgegen ihrer Empfehlung ein milliardenschwerer Auftrag ohne Ausschreibung an die Halliburton-Tochter Kellogg, Brown & Root (KBR) vergeben wurde. Auf die Ausschreibung hatte das Verteidigungsministerium im Februar 2003 - einen Monat vor Beginn des Irak-Kriegs - mit der Begründung verzichtet, die Angelegenheit sei zu dringlich. Halliburton wurde früher von US-Vizepräsident Dick Cheney geleitet.
Anwalt Michael Kohn erklärte, zwischen den Streitkräften und Greenhouse sei vereinbart worden, ihre Versetzung zurückzustellen, bis ihre Beschwerde eingehend geprüft sei. Daran hätten sich die Arbeitgeber jedoch nicht gehalten, was auf einen illegalen Racheakt hindeute, schrieb Kohn in einem Brief an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.
Dessen Sprecher verwies direkt an die Streitkräfte, bei denen Greenhouse seit 1997 für die Beschaffung von Ausrüstung zuständig war. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet hatte sie dort den Ruf, Vorschriften buchstabengetreu auszulegen.