Irak-Krieg Opec will mehr Öl in den Westen liefern

Selbst wenn die USA erneut Krieg gegen den Irak führen, wäre die Versorgung des Westens mit Erdöl aus Sicht der Opec gesichert. Auch Russland bietet an, notfalls die eigene Förderung zu steigern.


Genf - Die Organisation der Eröl exportierenden Länder sei bereit, im Kriegsfall zusätzliches Öl auf den Markt zu bringen, sagte Opec-Generalsekretär Alvaro Silva-Calderon am Mittwoch in Genf. Silva-Calderon und weitere Vertreter von Öl exportierenden und importierenden hatten sich dort getroffen, um über die Sicherheit der weltweiten Energieversorgung zu sprechen.

Nach Angaben ihres Chefs ist die Opec in der Lage und bereit, die Welt gegenwärtig und auch langfristig mit ausreichenden Mengen Erdöl und Gas zu versorgen. Der Irak ist weiterhin Mitglied der Opec, lässt diese Mitgliedschaft aber wegen der Uno-Sanktionen ruhen. Offiziell liefert er nur unbedeutende Mengen im Rahmen des "Food for oil"-Programmes der Uno.

Im Falle eines Krieges im Irak könnten neben diesen Öl-Mengen auch jene Lieferungen gestört werden, die in der Golfregion mit Tankern oder durch angriffsgefährdete Pipelines transportiert werden. Die Ausfälle der Förderung und psychologische Effekte dürften den Ölpreis beträchtlich steigern.

Von den dann winkenden Gewinnchancen will offenbar auch Russland profitieren, das nicht Mitglied der Opec ist und als wichtiger Rivale des Opec-Schwergewichts Saudi-Arabien gilt. Der Vertreter der russischen Ölindustrie, Torgul Bagirow, sagte, Russland könne eine Million Barrel Öl pro Tag zusätzlich liefern und damit neben Westeuropa auch die USA versorgen.



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