Irakische Währung Der Diktator kehrt zurück

Nach ihrem Einmarsch in Bagdad versuchten die Alliierten, das Konterfei von Saddam Hussein aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Inzwischen ist der irakische Diktator wieder allgegenwärtig - auf frisch gedruckten 250-Dinar-Banknoten.

Bagdad - Den Auftrag für den Druck der Geldscheine gab die US-Übergangsregierung, um den akuten Engpass an Bargeld zu beseitigen, der die irakische Wirtschaft vollends lahm zu legen drohte. 250-Dinar-Noten sind derzeit das einzige akzeptierte Zahlungsmittel. Da sie aber lediglich 25 Cent wert sind, werden bei größeren Geschäften regelmäßig gleich kofferweise Geldbündel fällig - viele Geschäfte konnten schon deshalb nicht abgewickelt werden, weil nicht genügend Geldscheine in Umlauf waren.

In der Eile schafften es die irakischen Zentralbanker aber nicht, eine Banknote zu gestalten, die der neuen Etikette entspricht - es gibt schlicht keine Institution, die die Vollmacht dafür hat. Die Folge: Saddam, seit Kriegsbeginn spurlos verschwunden, taucht plötzlich freundlich lächelnd auf Millionen frisch gedruckter 250-Dinar-Scheine auf.

Dabei ist eigentlich genug anderes Geld im Umlauf. Bisher hatten die Iraker für ihre Geschäfte hauptsächlich den den 10.000-Dinar-Schein benutzt, der umgerechnet rund zehn Dollar wert ist. Den akzeptiert inzwischen jedoch niemand mehr. Zu verbreitet ist die Angst, statt echten Geldes Blüten zu erwischen, denn die Banknote ist offenbar besonders einfach zu fälschen. Außerdem, so befürchten die irakischen Geschäftsleute, könnte er bald offiziell für ungültig erklärt werden, um denjenigen die Beute aus der Hand zu schlagen, die während der Plünderungen nach dem Einmarsch der Alliierten Truppen tonnenweise Papiergeld aus den Tresoren der Banken geschleppt hatten.

Als Folge dieses verbreiteten Misstrauens spielen die Iraker zurzeit schwarzer Peter: Jeder versucht, seine 10.000-Dinar-Scheine loszuwerden - koste es, was es wolle. Nach Auskunft von Kaufleuten in Bagdad bekommt man dafür lediglich noch 70 Prozent des Nennwertes. Vor den Banken bildeten sich bereits lange Warteschlangen von Irakern, die ihre 10.000-Dinar-Scheine eintauschen wollten. In einigen Fällen mussten US-Soldaten die aufgebrachte Menge im Zaum halten.

Für eine gewisse Beruhigung konnte am Montag erst Zentralbank-Gouverneur Faleh Salman sorgen. Er versicherte der aufgebrachten Menge, zurzeit seien Lastwagen-Konvois mit 250-Dinar-Noten unterwegs, die die Nachfrage decken werden. 10.000-Dinar-Scheine würden auch in Zukunft zum vollen Wert eingetauscht.

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