Iran-Engagement US-Regierung verwarnt österreichischen Konzern

Der österreichische Energiekonzern OMV erregt den Zorn Washingtons. Die Wiener wollen ihre Zusammenarbeit mit der staatlichen Ölgesellschaft Irans ausbauen - und fingen sich dafür nun eine öffentliche Warnung des US-Außenministeriums ein.


Washington – Der Sprecher des USA-Außenministeriums, Sean McCormack, überbrachte die Botschaft: "Vielleicht ist es nicht die günstigste Zeit für große Investitionen auf dem iranischen Gas- und Ölsektor, wenn Iran mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft im Konflikt liegt", sagte er am Montag in Washington.

Mehr noch: Die US-Regierung will ihre Bedenken direkt der Regierung in Wien vortragen. Und das, obwohl die jüngsten Sanktionsbeschlüsse der Vereinten Nationen den österreichischen Plänen eigentlich nicht entgegenstehen. Die iranische Unterstützung des Terrorismus und die Einmischung im Irak sollten Länder aber dazu bringen, selbst lukrative Geschäfte mit Teheran zu überdenken, sagte McCormack.

OMV und die National Iranian Oil Company (NIOC) hatten am Samstag eine Absichtserklärung über ein Erdgasprojekt in Iran unterzeichnet. Nach Angaben von OMV handelt es sich dabei um Beteiligungen an der Entwicklung von Teilen des South-Pars-Gasfelds im Persischen Golf, einer Verflüssigungsanlage und Bezugsverträge für Liquified Natural Gas (LNG). Über den finanziellen Umfang des Projekts wurden keine Angaben gemacht.

OMV ist der größte Ölkonzern aus dem mitteleuropäischen Raum.

itz/dpa-AFX



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