Irreführende Werbung Staatsanwalt reicht Klage gegen Dell ein

Mit Rabatten, günstigen Finanzierungen und anderen Goodies hatte der Computerhersteller Dell den Absatz ankurbeln wollen. Ein New Yorker Staatsanwalt will die Versprechungen jetzt vor Gericht als Lügen entlarven.


New York - Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo beschuldigt den Computerkonzern in seiner Klageschrift, seine Kunden hintergangen zu haben, nur um den Computer-Absatz zu steigern Er werfe Dell und der Tochterfirma Dell Chart zeigen Financial Services LP Betrug, Falschwerbung und täuschende Geschäftspraktiken vor, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Onlineausgabe.

Dell-Gründer Michael Dell: Versprechen gegenüber den Kunden nicht eingehalten
AFP

Dell-Gründer Michael Dell: Versprechen gegenüber den Kunden nicht eingehalten

Produkte würden mit hohen Rabatten umworben, die hohen Zinsen für die Finanzierung dagegen im Kleingedruckten versteckt, heiße es in der Klageschrift. Entgegen der Anpreisungen habe Dell auch Garantien verweigert und Service-Verträge nicht eingehalten. Auch die technische Unterstützung habe bei weitem nicht dem entsprochen, was Dell zuvor versprochen habe.

Ein Dell-Sprecher wies gegenüber dem "Wall Street Journal" alle Anschuldigungen zurück. Die Vorwürfe basierten auf die Beschwerden einer kleinen Gruppe von Kunden in New York, sagte er. Das Unternehmen zeige sich zuversichtlich, dass sich seine Werbepraxis als angemessen und fair erweisen werde. "Unsere Kunden haben die oberste Priorität bei Dell", betonte der Sprecher. "Bereits ein einziger unzufriedener Kunde ist einer zuviel." Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

An der Börse wurde die Klage negativ aufgenommen. Die Aktien gaben im vorbörslichen Handel um 1,3 Prozent nach. Dell hat zuletzt wegen Hinweisen auf ein Fehlverhalten in der Buchprüfung die Vorlage für das abgelaufene Geschäftsjahr verschoben. Das Unternehmen hatte die internen Ermittlungen im August 2006 bekannt gegeben. Auch die US-Börsenaufsicht SEC und die Staatsanwaltschaft hatten sich in die Ermittlungen eingeschaltet.

mik/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.