Italien UMTS-Lizenzen für wenig Geld

Nach dem Ausstieg des Mobilfunkers Blu gingen die italienischen UMTS-Lizenzen billig weg. Die italienische Regierung hat das magere Ergebnis akzeptiert.


UMTS-Studie von Ericsson

UMTS-Studie von Ericsson

Rom - Der kleinste italienische Mobilfunkanbieter Blu erklärte am Montag seinen Ausstieg aus der Auktion, womit für die fünf Lizenzen nur noch fünf Bieter im Rennen waren. Die Regierung suchte zunächst nach einem Weg, um die Versteigerung erneut aufleben zu lassen. Am Montagabend hat sie das Ergebnis jedoch akzeptiert. Bei der am Montag beendeten Versteigerung wurden bis Auktionsschluss für die Lizenzen umgerechnet rund 23 Milliarden Mark geboten, deutlich weniger etwa als die knapp 100 Milliarden Mark, die bei der Auktion der sechs deutschen Lizenzen vor wenigen Monaten erlöst worden war.

Der italienische Mobilfunkmarkt gilt als einer der attraktivsten in Europa, das Feld gilt aber auf Grund der hohen Verbreitung des Mobilfunks in der Bevölkerung bereits als nahezu gesättigt. In Branchenkreisen war geschätzt worden, dass Italien aus der Auktion bis zu 70 Milliarden Mark erlösen könnte.

Marktführer ist der italienische Mobilfunkbetreiber TIM. Bei der Versteigerung treten neben Blu auch die von Vodafone kontrollierte Omnitel sowie das Konsortium Wind von Enel und France Télécom an. Darüber hinaus wollen die Konsortien Andala im Mehrheitsbesitz von Hutchison Whampoa und Tiscali sowie Ipse unter Führung von Telefonica und Sonera auf den italienischen UMTS-Markt. Die Deutsche Telekom ist auf dem italienischen Markt nach dem Rückzug aus Wind nicht mehr auf dem italienischen Markt aktiv und nahm nicht an der Versteigerung teil.

Nach Angaben aus Bankenkreisen haben sich die maßgeblichen Gesellschafter von Blu, British Telecom (BT) und der Fernstraßenbetreiber Autostrade, nicht über eine Aufstockung des BT-Anteil einigen können. Nach dem Ausstieg sprach ein Autostrade-Sprecher Klartext. Die UMTS-Technologie stelle eine mit Unsicherheiten belastete Investition dar, man wolle sich lieber auf das eigene Kerngeschäfts konzentrieren.

Die Aktien von BT kletterten nach Bekanntwerden des Ausstiegs von Blu um zwei Prozent, während die Aktien von Autostrade um zwei Prozent nachgaben. An der Börse wurde der Internet-Anbieter Tiscali als Gewinner des Rückzugs von Blu gesehen und nach vorübergehender Handelsaussetzung mit einem Plus von elf Prozent gehandelt.



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