IW-Studie Westdeutsche Arbeitskosten weltweit auf Rang drei

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Arbeitskosten in Westdeutschland die dritthöchsten der Welt sind. Lediglich in Norwegen und Dänemark zahlten Industrieunternehmen mehr.


Köln - Eine Arbeiterstunde habe Industrieunternehmen in den alten Bundesländern 2005 im Schnitt 27,87 Euro gekostet, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilte. Damit rangiere Westdeutschland hinter Norwegen und Dänemark. Bei den großen Konkurrenten der deutschen Industrie in Italien, Japan, den USA und Großbritannien hätten die Kosten dagegen bei 18 bis 21 Euro pro Stunde gelegen.

Auch die ostdeutschen Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes haben dem IW zufolge mit 17,37 Euro je Arbeiterstunde einen Kostenvorteil gegenüber dem Westen. In den neuen EU-Ländern fielen Arbeitskosten allerdings noch weniger ins Gewicht. In Polen und der Slowakei lägen sie bei rund vier Euro, in Ungarn und Tschechien bei fünf Euro.

Zwar seien die Arbeitskosten in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr lediglich um ein Prozent gestiegen, während es in den Konkurrenzländern drei Prozent gewesen seien. Dennoch kostete eine industrielle Arbeiterstunde den Angaben nach im Westen Deutschlands 2005 rund 34 Prozent mehr als im Durchschnitt der übrigen Industrieländer.

Dies liege vor allem an den weltweit höchsten Personalzusatzkosten von 12,20 Euro die Stunde in Westdeutschland. Darunter fallen den Angaben nach unter anderem Sozialbeiträge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Vergütung für arbeitsfreie Tage wie Urlaubs-, Feier- oder Krankheitstage. Lediglich in Belgien sei mit 12,14 Euro ein ähnlich hoher Wert erreich worden. In Ostdeutschland hätten sich die Zusatzkosten nur auf 6,83 Euro summiert.

tim/ddp



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