IWF-Spitze Koch-Weser offizieller Kandidat der EU

Der interne EU-Streit um die Nachfolge des IWF-Chefs hat ein Ende. Caio Koch-Weser ist offiziell von der EU als Kandidat für den geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) nominiert worden.

Brüssel - Die Wirtschafts- und Finanzminister der 15 EU-Staaten haben einstimmig den deutschen Finanzstaatssekretär vorgeschlagen. Aus einem Kommuniqué des portugiesischen EU-Vorsitzes, das in Brüssel verbreitet wurde, geht hervor, dass Koch-Weser dem bisherigen IWF-Direktor Michel Camdessus als Chef des IWF folgen solle. Damit bewerben sich neben dem 55-jährigen Deutschen noch zwei weitere Kandidaten um den Posten. Zum einen der Amerikaner Stanley Fischer, der nach dem Rücktritt Camdessus' kommissarisch die Geschäfte führt und unter anderem auch von 20 afrikanischen Staaten bevorzugt wird. Zum anderen der von Japan nominierte frühere Vize-Finanzminister und derzeitige IWF-Exekutivdirektor Eisuke Sakakibara.

Mit der offiziellen EU-Nominierung unterstützt nun auch Großbritannien Koch-Weser. Bislang hatten sich die Briten auf die Seite der Amerikaner geschlagen, die den Deutschen als IWF-Chef inoffiziell ablehnen. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown sagte, dass sein Land die Nominierung begrüße. Großbritannien betrachte Koch-Weser als starken Kandidaten für den Posten und wolle ihn unterstützen.

Koch-Weser ist der Wunschkandidat von Bundeskanzler Schröder. Der bisherige Amtsinhaber Camdessus ist Mitte Februar nach 13 Jahren an der Spitze des IWF zurückgetreten.