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Jäger 90 wird schlichter

aus DER SPIEGEL 38/1992

Noch vor wenigen Wochen mokierten sich Manager der Deutschen Aerospace (Dasa) über Verteidigungsminister Volker Rühe, der anstelle des teuren Jäger 90 ein einfacheres und billigeres Jagdflugzeug forderte. Nun zeigt Hartmut Mehdorn, Chef der Dasa-Luftfahrt-Sparte, volles Verständnis für Rühe. Er hätte, gestand Mehdorn unlängst im kleinen Kreis, ähnlich gehandelt wie der Verteidigungsminister. Die an dem europäischen Jäger-90-Konsortium beteiligten Firmen wollen bis Mitte Oktober Vorschläge ausarbeiten, wie das 135 Millionen Mark teure Flugzeug billiger produziert werden kann; geprüft wird beispielsweise sogar der Verzicht auf das zweite Triebwerk. Dasa-Vorstand Mehdorn plädiert dafür, den Jäger zunächst nur in einer kostengünstigen Standardversion anzubieten, die dann je nach Bedarf aufgerüstet werden kann. Die Dasa-Manager verlangen allerdings auch ein Umdenken von den Luftwaffen-Generälen: Der Systempreis des Jägers würde erheblich sinken, wenn die Militärs darauf verzichteten, die Ersatzteile auf Jahre hinaus in teuren Bunkern vorzuhalten. Mehdorn: »Die müssen auch mal neue Wege gehen.«

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