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STEUERFLUCHT Jagd auf Schwarzgeld

aus DER SPIEGEL 19/2007

Das Anzapfen schwarzer Kassen im Ausland wird ab Mitte Juni deutlich schwieriger. Eine neue Verordnung sieht vor, dass an den EU-Außengrenzen mitgeführte Geldbeträge von über 10 000 Euro beim Zoll angemeldet werden müssen. Bislang hatten Reisende Bargeldsummen von bis zu 15 000 Euro nur bei Kontrollen zu deklarieren. Die Maßnahme zielt in erster Linie auf Steuersünder, die ihr Schwarzgeld bei Banken in Liechtenstein oder der Schweiz horten. Aber selbst die hiesigen Zöllner rätseln darüber, wie die neue Meldepflicht im Detail funktionieren soll. »Die Durchführungsbestimmungen sind noch nicht raus«, sagt ein Sprecher des Hauptzollamtes Singen. Eine schriftliche Anmeldung sei beabsichtigt, aber noch nicht beschlossen. Insider befürchten deshalb bereits die Entstehung eines bürokratischen Monsters. In Finanzkreisen kursieren derweil die ersten Tipps, wie sich die Regelung umgehen lässt. Die einen empfehlen Ein- und Auszahlungen von Bargeld bei österreichischen Banken mit Schweizer Töchtern. Andere setzen auf Edelmetalle und Edelsteine, weil sie nicht unter den Begriff »Barmittel« fallen.

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