Jahresabschluss Deutsche Bank erzielt Rekordgewinn

Der beliebteste Vorstandsvorsitzende ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sicher nicht. Doch seine Zahlen stimmen: Im vergangenen Jahr hat das Institut seinen Überschuss um 70 Prozent auf sechs Milliarden Euro gesteigert.


Frankfurt am Main - Vor Steuern stieg der Gewinn - getrieben von einem freundlichen Marktumfeld - von 6,11 Milliarden auf 8,1 Milliarden Euro. Damit übertraf die Bank das selbst gesetzte Ziel einer bereinigten Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent deutlich. Bereits am Mittwoch hatte die Deutsche Bank Chart zeigeneine kräftige Dividendenerhöhung von 2,50 Euro auf 4,00 Euro angekündigt. Der Aktienkurs legte heute Morgen zunächst um 1,4 Prozent zu, gab dann aber wieder nach.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Ausgezeichnete Chancen für weitere Erfolge"
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Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Ausgezeichnete Chancen für weitere Erfolge"

Ein Grund für die gute Ertragslage ist die jahrelange Restrukturierung, die die Bank im Herbst für abgeschlossen erklärt hatte. Die Maßnahmen waren - vor allem in den Vorjahren - stark zu Lasten der Mitarbeiter gegangen. Im Jahr 2006 blieb die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland mit 26.401 aber nahezu unverändert. Weltweit hat die Deutsche Bank ihre Mitarbeiterzahl weiter ausgebaut: Sie stieg 2006 um neun Prozent auf 68.849.

Unter dem Strich verzeichnete die Deutsche Bank 2006 einen Gewinnsprung um 70 Prozent von 3,53 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,0 Milliarden Euro. Analysten hatten nur 5,51 Milliarden Euro prognostiziert. Das Ergebnis je Aktie (EPS) lag mit 11,55 Euro 66 Prozent über dem Vorjahreswert. Allerdings zog die Bank beim Nachsteuergewinn Nutzen aus einem einmaligen, positiven Steuereffekt von 350 Millionen Euro im vierten Quartal.

Auch im Schlussquartal 2006 konnte das in Frankfurt ansässige Finanzinstitut zulegen. Dabei profitierte es vor allem von dem glänzenden Umfeld für das Investment Banking. Das Institut wies einen Nachsteuergewinn von 1,8 Milliarden Euro aus. Analysten hatten mit einem knapp verdreifachten Quartalsgewinn von netto 1,424 Milliarden gerechnet.

Angesichts der Ergebnisse zeigte sich Vorstandssprecher Josef Ackermann zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr: "Wir sehen ausgezeichnete Chancen für weiterhin anhaltende Erfolge im Jahr 2007". Das Schlussquartal 2006 stellte Ackermann zufolge ein Rekordquartal dar. "Dies ist das beste vierte Quartal in der Geschichte der Deutschen Bank", sagte er.

Bereits im Herbst hatte Ackermann die Restrukturierung der Bank für abgeschlossen erklärt und eine Phase des verstärkten Wachstums ausgerufen. Den Fokus setzt der Schweizer dabei auf organisches Wachstum, ergänzt von kleineren Zukäufen. So hatte die Bank sich zuletzt auf ihrem Heimatmarkt mit der Berliner Bank und den Filialen der norisbank gestärkt. Zudem wurden der US-Immobilienfinanzierer Mortgage IT und der britische Vermögensverwalter Tilney erworben.

Seinen Optimismus unterstrich Ackermann dadurch, dass er erstmals seit geraumer Zeit wieder ein absolutes Gewinnziel nannte: Für 2008 peilt er einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro an.

wal/ dpa/Dow Jones



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