Jahresbilanz 2008 KfW macht erneut Milliardenverlust

Finanzhilfen für die Ex-Tochter IKB, Abschreibungen auf Wertpapiere und Derivate und die Fehlüberweisung an Lehman Brothers - die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau hatte 2008 einige Tiefschläge zu verkraften. Nach Zeitungsinformationen endete das Jahr 2008 tief in der Verlustzone.


Frankfurt am Main/Berlin - Insgesamt belief sich der Fehlbetrag nach Informationen der "Financial Times Deutschland" auf 2,7 Milliarden Euro. Besonders schlecht sei dabei das vierte Quartal mit einem Minus von 900 Millionen Euro ausgefallen.

KfW-Filiale in Frankfurt am Main: Abschreibungen in Milliardenhöhe
DPA

KfW-Filiale in Frankfurt am Main: Abschreibungen in Milliardenhöhe

2007 hatte die Bank des Bundes und der Länder sogar einen Verlust von 6,2 Milliarden Euro eingefahren. Damals wurde sie vor allem durch die Rettungsmaßnahmen zugunsten ihrer inzwischen verkauften Tochter IKB belastet.

Insgesamt habe die KfW 2008 gut zwei Milliarden Euro auf Wertpapiere sowie Derivate abschreiben müssen, hieß es. Allein eine Fehlüberweisung an die insolvente US-Bank Lehman Brothers sowie Engagements in Island kosteten die Staatsbank 700 Millionen Euro. Die KfW wollte die Zahlen nicht kommentieren. Die Bankengruppe legt am heutigen Freitag in Frankfurt ihre Bilanz für das Jahr 2008 vor.

Unterdessen haben drei wegen schwerer Fehler und Missmanagement entlassene Manager der KfW und der Mittelstandsbank IKB nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Klage angestrengt. Sie fordern die Weiterzahlung ihrer Gehälter und Pensionen in Millionenhöhe. Wie das Blatt in seiner Freitagausgabe unter Berufung auf das Landgericht Frankfurt berichtet, haben die beiden Ex-KfW-Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer, die wegen der 320-Millionen-Euro-Überweisungspanne an Lehman Brothers fristlos entlassen worden waren, sogenannte Feststellungsklagen erhoben. Sie wollen damit juristisch feststellen lassen, dass ihre Kündigungen unwirksam waren und ihre Vorstandsverträge mit je 466.000 Euro Gehalt weiter gelten.

Auch der frühere Vorstandsvorsitzende der finanziell angeschlagenen IKB, Stefan Ortseifen, geht "Bild" zufolge gegen seine Kündigung vor. Laut Landgericht Düsseldorf habe auch er eine Feststellungsklage eingereicht. Ortseifen soll für die Fast-Pleite der Düsseldorfer Bank verantwortlich sein, die nur mit zehn Milliarden Euro Staats- und Bankengarantien gerettet werden konnte.

Wie die Zeitung weiter berichtet, verdiente er zuletzt 1,6 Millionen Euro im Jahr und hatte einen Pensionsanspruch von jährlich 378.000 Euro. Laut Vorstandsvertrag stünden ihm bei einer Kündigung bis zu drei Millionen Euro Abfindung und danach die Pension bis zum Lebensende zu.

mik/dpa-AFX/dpa/AFP



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