Jahresbilanz Hessische Landesbank rutscht in Verlustzone

Zufriedenheit trotz roter Zahlen: Die Landesbank Hessen-Thüringen machte im vergangenen Jahr Verlust - doch Vorstandschef Brenner zeigt sich optimistisch. Den Rettungsfonds werde er nicht antasten, eine Fusion schließt er derzeit aus.


Frankfurt am Main - Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) will trotz roter Zahlen 2008 weiterhin alleine und ohne staatliche Hilfe durch die Finanz- und Wirtschaftskrise kommen. Das Institut sehe nach wie vor keine Notwendigkeit, Hilfe aus dem Rettungsfonds Soffin in Anspruch zu nehmen, auch wenn einige staatlich gestützte Banken mit Kampfkonditionen am Markt seien, betonte Helaba-Chef Hans-Dieter Brenner. Die Bank sehe sich auch nicht unter Fusionsdruck.

Helaba-Zentrale in Frankfurt: "Tendenz zum positiven Ergebnis"
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Helaba-Zentrale in Frankfurt: "Tendenz zum positiven Ergebnis"

"Trotz aller absehbaren Belastungen sehen wir dem Jahr 2009 mit verhaltenem Optimismus entgegen", sagte Brenner. Für das Gesamtjahr rechne er zumindest mit einem positiven operativen Ergebnis.

Im vergangenen Jahr stand nach Steuern ein Minus von 44 Millionen Euro in den Büchern - 2007 erreichte die Helaba noch einen Gewinn von 353 Millionen Euro. Damit kam die Bank aber noch vergleichsweise gut weg: Konkurrenten wie die LBBW oder die BayernLB schrieben 2008 Milliardenverluste und mussten von ihren Eigentümern gestützt werden. Auch die Helaba soll von der hessischen Landesregierung 480 Millionen Euro frisches Kapital bekommen.

Der Vorstandschef betonte, aufgrund des geringen Engagements der Helaba in risikoreichen Investments seien die negativen Auswirkungen der Finanzmarktkrise bislang sehr überschaubar. Die Belastungen gab die Helaba für 2008 mit 680 Millionen Euro an. Seit Beginn der Turbulenzen im Sommer 2007 summierten sich die Bewertungsbelastungen auf knapp eine Milliarde Euro. Die tatsächlichen Ausfälle beliefen sich den Angaben zufolge für beide Geschäftsjahre bisher auf rund 80 Millionen Euro.

Ins laufende Jahr sei der Konzern "zufriedenstellend" gestartet: Das mittel- und langfristige Kundenneugeschäft lag bei 2,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis des ersten Quartals in etwa auf Vorjahresniveau. "Die Tendenz geht in die Richtung, dass wir ein positives Ergebnis haben", sagte Brenner zu den ersten drei Monaten 2009. Im vergangenen Jahr erhöhte sich das Geschäftsvolumen zum Vorjahr insgesamt um zwei Prozent auf rund 224 Milliarden Euro. Geschäftliche Randaktivitäten - etwa in Luxemburg und der Schweiz - will die Helaba auf den Prüfstand stellen.

Für eine Neuordnung und Konsolidierung der Landesbanken-Branche sieht Brenner auf längere Sicht schwarz. Nachdem etliche Landesbanken mit Milliarden öffentlicher Hilfe gestützt würden - etwa LBBW, BayernLB und HSH Nordbank -, seien Modelle zur Neuordnung Makulatur geworden.

bim/AP/Dow Jones/dpa



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