Japan Opposition stimmt zu - Notenbank bekommt endlich einen neuen Chef

Zwei Kandidaten hatten sie ablehnt - nun will Japans Oppositionspartei zustimmen: Der bisher geschäftsführende Gouverneur der Notenbank soll neuer Chef werden. Der Posten war wegen des politischen Streits zum ersten Mal seit 80 Jahren unbesetzt.


Tokio - Der wochenlange politische Streit über einen neuen Chef der japanischen Notenbank scheint beigelegt. Am Sonntag signalisierten die oppositionellen Demokraten ihre Zustimmung zu dem Vorschlag, den jetzigen geschäftsführenden Gouverneur der Bank of Japan (BOJ) Masaaki Shirakawa auf dem Posten zu belassen.

Es wurde erwartet, dass die Regierung ihn am Montag formell vorschlagen wird. Die Opposition hält die Mehrheit im Oberhaus und kann damit Ernennungen blockieren. Die Demokraten hatten zwei frühere Kandidaten abgelehnt. Wegen des Gerangels ist der BOJ-Chefposten zum ersten Mal seit 80 Jahren nicht besetzt. Der Streit hatte die Kritik an Ministerpräsident Yasuo Fukuda weiter verstärkt.

Der 58 Jahre alte Shirakawa lehrt als Professor an der Universität von Kyoto. Den Großteil seiner Karriere absolvierte er in Diensten der japanischen Notenbank und war unter anderem einer ihrer Repräsentanten in New York. Später rückte Shirakawa in den engsten Beraterstab des Gouverneurs der Notenbank auf. In geldpolitischen Fragen gilt er als weitgehend unbeschriebenes Blatt. Der Einführung eines Inflationsziels steht er skeptisch gegenüber.

flo/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.