Wegen hoher Energiepreise Japan stützt Yen erstmals seit 24 Jahren

Ein schwacher Yen hilft normalerweise der exportorientierten japanischen Wirtschaft: Doch damit werden die Importpreise für Energie und Rohstoffe noch teurer. Nun versucht das Land, seine Währung aufzuwerten.
Japan stützt seine Währung

Japan stützt seine Währung

Foto: Jiji Press / EPA

Die japanische Regierung hat sich erstmals seit Langem mit Yen-Käufen gegen die schwache Landeswährung gestemmt. Es ist die erste solche Intervention seit Juni 1998. Masato Kanda, der im Finanzministerium für den Devisenmarkt zuständig ist, sagte dazu, man sei sehr besorgt und werde die Entwicklung weiter beobachten.

Der Yen reagierte auf die Nachricht mit deutlichen Kursgewinnen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro. Zuvor war der Yen zum US-Dollar nach Zinsentscheidungen in Japan und den USA auf den tiefsten Stand seit fast einem Vierteljahrhundert gefallen.

Grundsätzlich gilt ein schwacher Yen als eher vorteilhaft für die stark exportorientierte Wirtschaft Japans. Gleichzeitig importiert das Land im großen Stil Rohstoffe und Energieträger, deren Preise international heftig gestiegen sind. Ein schwacher Yen verteuert derartige Einfuhren nur noch weiter. Die japanische Wirtschaft ist deshalb stark belastet. Die Handelsbilanz des Landes, die aufgrund des starken Exports häufig Überschüsse aufweist, ist tief in die Defizitzone gerutscht.

Bank von Japan bleibt bei Niedrigzinspolitik

Im Unterschied zu vielen anderen Zentralbanken hat die Bank von Japan bisher auch nicht gegen die höhere Inflation gesteuert. Während andere Notenbanken wie die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen erhöhen, verfolgt die Bank von Japan eine Niedrigzinspolitik. Am Donnerstag wurde diese Strategie nach der Zinssitzung der Zentralbank bestätigt: So sollen die kurzfristigen Zinssätze bei minus 0,1 Prozent und die langfristigen bei etwa Null bleiben.

Die Inflation liegt in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwar deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern, für japanische Verhältnisse ist sie aber relativ hoch. Sie liegt aktuell bei etwa drei Prozent.

Die Intervention war vor diesen Hintergründen an den Märkten schon seit Längerem erwartet worden. Zum einen hatten mehrere ranghohe Regierungsmitglieder den Eingriff in den vergangenen Wochen angedeutet. Zum anderen näherte sich der Wechselkurs mit rund 145 Yen je Dollar dem Niveau, an dem Japan letztmalig direkt den Yen gestützt hatte. Dies war zu Zeiten der schweren Asienkrise 1998 gewesen, die den Yen ebenfalls erheblich unter Druck gesetzt hatte.

Nach diesem Eingriff hatte Japan zwar einige Male am Markt interveniert. Allerdings nicht, um den Yen zu stützen, sondern um ihn nicht zu stark werden zu lassen.

kko/dpa/Reuters
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